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Prozesse - Frankfurt am Main

Messerattacke nach Streit um Jogging-Hose: Prozess eröffnet

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Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Ein blutiger Streit um eine geliehene Jogging-Hose beschäftigt seit Dienstag das Landgericht Frankfurt. Tatort war laut Anklage eine Obdachlosen-Unterkunft am Frankfurter Ostpark, wo es im Februar dieses Jahres zwischen einem 36-Jährigen und seinem Mitbewohner zu einer Auseinandersetzung kam. Nach einem verbalen Schlagabtausch soll der Angeklagte ein großes Küchenmesser genommen und mit voller Wucht in Mund und Rachen des Opfers gestoßen haben. Der lebensgefährlich verletzte Mann musste mehrere Stunden lang notoperiert werden, bis die knapp 20 Zentimeter lange Klinge aus seinem Rachen entfernt werden konnte. Der angeklagte Marokkaner muss sich wegen versuchten Totschlags verantworten.

Trotz der schweren Verletzung verweigerte das Opfer bei der Polizei die Aussage. Später verschwand der Mann spurlos, so dass die Schwurgerichtskammer den Prozess ohne den Hauptbelastungszeugen führen muss. Am ersten Verhandlungstag wurde vor Gericht lediglich die Anklageschrift verlesen, der zufolge sich der Streit an einer Jogginghose entzündet haben soll. Ob sich der mutmaßliche Täter zu den Vorwürfen äußern wird, steht noch nicht fest. Die Strafkammer will den Prozess nach drei weiteren Verhandlungstagen Mitte Dezember abschließen.