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Prozesse - Frankfurt am Main

Betrug mit Internet-Gewinnspielen: Haft für Haupttäter

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Nach umfangreichen Betrügereien mit Internet-Gewinnspielen ist am Donnerstag ein 32 Jahre alter Geschäftsmann vom Landgericht Frankfurt zu drei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden. Für drei weitere Angeklagte gab es Bewährungsstrafen beziehungsweise eine Geldstrafe. Bereits 2011 hatte die betrügerische Firma von ihren Call-Centern in Bulgarien und im Kosovo mehr als 500 000 Anrufe getätigt und den angerufenen Personen vorgespiegelt, sie könnten mit der Eingabe einer bestimmten Nummer einen Kosmetik- oder Tankgutschein "freischalten". In Wirklichkeit aber hatten die Opfer mit der angeblichen Freischaltung einen Vertrag über die kostenpflichtige Teilnahme an einem betrügerischen Gewinnspiel geschlossen. Die Kosten von 9,90 Euro in der Woche wurde schließlich über die monatliche Telefonrechnung eingezogen.

Rund 14 000 Geschädigte zahlten laut Urteil rund 776 000 Euro, von denen mehr als 300 000 Euro allerdings durch Einsprüche gegen die Telefonrechnungen wieder zurückgeholt werden konnten. Nach mehreren Monaten machte die Bundesnetzagentur dem kriminellen Treiben ein Ende und nahm die Firma aus dem Netz. Keiner der Teilnehmer hatte die als Hauptgewinne avisierten Segelyachten oder Einfamilienhäuser tatsächlich gewonnen.

Vor Gericht legten die Angeklagten weitgehende Geständnisse ab. Teilweise überschnitten sich ihre Aktivitäten auch mit Betrügereien von Komplizen, die in anderweitigen Prozessen vom Landgericht Frankfurt bereits verurteilt wurden. Der Prozess um die dubiosen Gewinnspiele zog sich fast ein ganzes Jahr hin. 35 Mal trat das Gericht bis zur Urteilsverkündung zusammen.