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Prozesse - Flensburg

Attacke mit Machete: Mann wegen versuchten Mordes verurteilt

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Flensburg (dpa/lno) - Nach einem Machetenangriff auf einen Jugendlichen ist ein 23-Jähriger vom Landgericht Flensburg zu acht Jahren Haft unter anderem wegen versuchten Mordes verurteilt worden. Zudem wurde die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt angeordnet, wie ein Gerichtssprecher nach der Urteilsverkündung am Montag sagte. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Kosovare am 11. November vergangenen Jahres in Flensburg aus einem Auto gestiegen ist und den Jugendlichen auf offener Straße mit einer Machete von seitlich oben gegen den Kopf geschlagen hat. Der 16-Jährige erlitt eine Schnittverletzung. Bis auf eine Narbe trug er aber keine bleibenden Schäden davon.

Warum der 23-Jährige auf den ihm unbekannten Jugendlichen einschlug, konnte nicht geklärt werden. Nach Angaben des Gerichtssprechers hat es keinen nachvollziehbaren Anlass für den Angriff gegeben. Auch ob er zuvor provoziert wurde, ließ sich nicht klären. Ob der 16-Jährige, wie in der Anklage angenommen, den Mittelfinger gezeigt hatte, blieb unklar.

Dass die Tat als versuchter Mord und nicht nur als gefährliche Körperverletzung gewertet wurde, liegt auch an der eingesetzten Waffe. Diese kann nach Angaben einer rechtsmedizinischen Sachverständigen tödliche Verletzungen verursachen - unabhängig davon, ob mit der flachen Seite oder der Klinge zugeschlagen wird, wie der Gerichtssprecher weiter sagte.

Staatsanwaltschaft und Nebenklage hatten ebenfalls auf versuchten Mord plädiert. Die Verteidigung beantragte eine Haftstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung.