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Prozesse - Duisburg

Beleidigungs-Vorwürfe gegen Autor Broder: Prozess ausgesetzt

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Duisburg (dpa/lnw) - Das Amtsgericht Duisburg hat am Montag einen Beleidigungsprozess der Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor (41) gegen den Berliner Publizisten Henryk M. Broder (72) ausgesetzt. Der Autor und Journalist soll 2016 einer Zeitung gesagt haben, dass Kaddor "einen an der Klatsche" habe. Laut Broders Verteidiger wurde nicht ermittelt, ob das Zitat wirklich gefallen sei. Und falls die Äußerung doch gefallen sei, sei sie von der Meinungsfreiheit gedeckt.

Das Gericht ordnete nach nur gut zehn Minuten Verhandlungsdauer an, den Redakteur zu ermitteln, gegenüber dem Broder die Worte geäußert haben soll. Er solle bei einem neuen Termin als Zeuge geladen werden. Das Gericht hatte in dem Fall im Februar 2018 bereits einen Strafbefehl über 2000 Euro gegen Broder erlassen. Weil er dagegen Einspruch einlegte, kam es nun zur Hauptverhandlung.

Kaddor hatte zuvor Broder und andere in einem Interview des "Kölner Stadt-Anzeigers" für einen Ansturm von Hassmails, Bedrohungen und Beschimpfungen gegen ihre Person verantwortlich gemacht.