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Prozesse - Dresden

Nach Aussageverweigerung: Chemnitz-Zeuge erneut vor Gericht

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Dresden (dpa/sn) - Im Prozess zur tödlichen Messerattacke in Chemnitz soll heute erneut ein Zeuge befragt werden. Er hatte am vergangenen Verhandlungstag die Aussage zum Teil verweigert. Der 30-jährige Libanese gilt als wichtiger Augenzeuge des Vorfalls im vorigen August. Er soll den Angeklagten auf Fotos als Tatbeteiligten wiedererkannt haben.

Weil er zu den Abläufen unterschiedliche Angaben bei Vernehmungen durch die Polizei und vor einem Amtsrichter gemacht haben soll, hatte sich der 30-Jährige vor Gericht auf sein Zeugnisverweigerungsrecht berufen, um sich nicht selbst zu belasten. Dies hatte das Gericht abgelehnt, eine Ordnungsstrafe verhängt und die erneute Vernehmung angeordnet.

Seit dem 18. März muss sich ein Syrer vor dem Landgericht Chemnitz wegen gemeinschaftlichen Totschlags verantworten. Er soll gemeinsam mit einem auf der Flucht befindlichen Iraker am 26. August 2018 in Chemnitz einen 35-jährigen Deutschen erstochen haben. Nach der Tat war es in Chemnitz zu fremdenfeindlichen Übergriffen, rechten Demonstrationen sowie zu Anschlägen auf ausländische Restaurants gekommen. Ein vorübergehend Tatverdächtiger, gegen den die Ermittlungen eingestellt wurden, ist ebenfalls als Zeuge geladen.