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Prozesse - Dresden

Fall Chemnitz: Tatortbesichtigung geplant

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Dresden (dpa/sn) - Im Prozess zur tödlichen Messerattacke gegen einen Deutschen im vergangenen August in Chemnitz wird es eine Tatortbesichtigung geben. Die Schwurgerichtskammer des Landgerichtes Chemnitz legte dafür am Dienstag die Nacht vom 12. zum 13. Juni fest. "Einen anderen Termin werden wir nicht finden", sagte die Vorsitzende Richterin Simone Herberger. Die Uhrzeit dafür richte sich danach, wann es dunkel sei. Zudem solle ein Gutachten zu den Lichtverhältnissen in der Tatnacht eingeholt werden.

Am achten Verhandlungstag sagte zudem die Lebensgefährtin des Getöteten aus. Sie beschrieb ihn als loyalen und ehrlichen Menschen, der Konflikten lieber aus dem Weg gegangen sei. Er sei überall beliebt gewesen. "Der Daniel hat jeden Raum mit Sonne geflutet", sagte die 33-Jährige. Ihre Aussage wurde immer wieder durch heftiges Weinen unterbrochen. Dass bei dem 35-Jährige Spuren von Drogen gefunden wurden, könne sie sich nur mit einem Ausrutscher in dieser Nacht erklären. Er habe seit Jahren definitiv keine Drogen mehr konsumiert, erklärte sie.

Seit dem 18. März steht ein Syrer wegen gemeinschaftlichen Totschlags vor Gericht. Der Angeklagte soll zusammen mit einem Iraker, der auf der Flucht ist und weltweit gesucht wird, am 26. August 2018 in Chemnitz Daniel H. erstochen haben. Nach der Tat war es in der Stadt zu fremdenfeindlichen Übergriffen, rechten Demonstrationen sowie zu Anschlägen auf ausländische Restaurants gekommen. Der Prozess findet in einem besonders gesicherten Gerichtssaal in Dresden statt.