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Prozesse - Berlin

Tödlicher Überfall: Zehn Jahre Haft für 45-Jährigen

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Berlin (dpa/bb) - Drei Schüsse töteten vor sechs Jahren einen Juwelier bei einem Raubüberfall in Berlin - nun ist der Organisator der Tat zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der 45-Jährige sei besonders schweren Raubes schuldig, begründete das Landgericht am Dienstag. Der aus Serbien stammende Mann, der seit Jahren in einer Gruppierung von Einbrechern "in der mittleren bis oberen Ebene" agiere, habe unter anderem in seinem Heimatland Komplizen rekrutiert, die schließlich bewaffnet in das Geschäft gegangen seien.

Drei gesondert verfolgte Mittäter hätten das Verbrechen im April 2013 ausgeführt, während der Angeklagte und ein weiterer Komplize in der Nähe im Auto warteten, hieß es weiter im Urteil. Das 46 Jahre alte Opfer war durch drei Schüsse aus einer Pistole getötet worden. Der Schütze habe aus Sicht des Gerichts im Alleingang und abweichend vom Tatplan geschossen, so die Richter. Deshalb sei entgegen dem Antrag der Staatsanwaltschaft kein Schuldspruch wegen Raubmordes erfolgt. Damit folgte das Gericht im Wesentlichen der Verteidigung.

Der 45-Jährige hatte kurz vor Ende der Beweisaufnahme in dem seit November 2018 laufenden Prozess seine Beteiligung an den Planungen für den Raub zugegeben. Es sei vereinbart gewesen, dass der Juwelier mit einem Revolver bedroht und mit Klebeband gefesselt werden sollte. "Es sollte nicht geschossen werden", so der Angeklagte. Diese Angaben seien im Prozess nicht widerlegt worden, befanden die Richter.

Der 46-jährige Familienvater wurde in Kopf und Brust getroffen. Die Täter entwendeten Schmuck aus den Schaufensterauslagen und das Portemonnaie des zu dem Zeitpunkt bereits gestorbenen Opfers. Die Beute sei dann dem Angeklagten übergeben worden, der sie nach Serbien gebracht habe. Dort sei der Schmuck für rund 43 000 Euro verkauft worden.

Rund ein Jahr nach dem Überfall hatte sich ein ebenfalls aus Serbien stammender Mann den deutschen Strafverfolgungsbehörden gestellt. Der damals 29-Jährige benannte weitere Komplizen. Im Oktober 2014 erhielt er zwölf Jahre Haft wegen gemeinschaftlichen Raubmordes. Der nun verurteilte 45-Jährige war nach jahrelanger Fahndung im Juni 2018 in Spanien gefasst und kurz darauf nach Deutschland ausgeliefert worden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.