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Prozesse - Berlin

Raubüberfälle auf Pizzaboten: Knapp vier Jahre Gefängnis

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Berlin (dpa/bb) - Für sechs Überfälle auf Pizzaboten in Berlin ist ein 22-Jähriger zu drei Jahren und zehn Monaten Gefängnis verurteilt worden. Das Landgericht sprach den Angeklagten der besonders schweren räuberischen Erpressung schuldig. Er habe Opfer mit einem Messer bedroht und Geld gefordert, begründeten die Richter am Mittwoch. In zwei Fällen sei es bei einem Versuch geblieben. Insgesamt erbeutete der Mann laut Anklage 275 Euro. "Die Taten waren dilettantisch, aber keine Kavaliersdelikte", so das Gericht.

Die Serie begann Ende September 2018. Der Angeklagte habe über das Internet Pizza bestellt und den Boten zu einer fiktiven Adresse in Berlin-Mitte gelockt, hieß es weiter im Urteil. Unter Vorhalt eines Messers habe er den Boten zur Herausgabe von Bargeld gezwungen. Bis Ende Oktober sei es zu fünf ähnlichen Taten gekommen. In drei Fällen sei ein Komplize beteiligt gewesen.

Der geständige 22-Jährige hatte erklärt, aus Geldnot sei er auf die "dumme Idee" gekommen. Weil sein Pass abgelaufen gewesen sei, habe er, ein in Berlin geborener kongolesischer Staatsbürger, keinen Job gefunden. Ihm habe Geld für seine 2018 begonnene Ausbildung zum Sozialarbeiter gefehlt, sagte der frühere Tanzlehrer.

Das Opfer des sechsten Überfalls hatte den Angeklagten als einen früheren Mitschüler erkannt und für dessen Verhaftung gesorgt. Das Gericht stufte die Taten nun juristisch als minderschwere Fälle ein. Der Staatsanwalt hatte fünf Jahre Haft gefordert, die Verteidigerin eine Bewährungsstrafe. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.