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Prozesse - Berlin

Experte: Harte Strafen halten Raser-Szene nicht auf

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Berlin (dpa/bb) - Harte Strafen halten die Szene der Autoraser nach Einschätzung eines Experten nicht von ihren gefährlichen Aktionen ab. Das hätten die Gerichtsurteile der vergangenen Jahre gezeigt, sagte Nico Klassen, Veranstalter von legalen Autorennen, der "Berliner Zeitung" (Dienstag). Selbst wenn für Raser die Todesstrafe eingeführt werden würde, würde sich nichts ändern." Die Fahrer würden denken, sie seien perfekt und ihnen würde nichts geschehen. Zudem fehle ihnen der Respekt vor der Polizei. Und hochmotorisierte Autos ließen sich heutzutage jederzeit für ein paar hundert Euro im Monat leasen, sagte er.

Klassen hält legale Rennstrecken für die einzige Möglichkeit, die gefährlichen Rasereien und illegalen Rennen einzudämmen. "Das würde den Druck herausnehmen. Einige solcher Strecken über das Bundesgebiet verteilt - dann wäre die Szene befriedet", sagte er. "Das funktioniert. Auch in den USA, auch in Russland, in Abu Dhabi, selbst in Oman."

Drei Jahre nach einem tödlichen Autorennen in der Berliner Innenstadt sollte am Dienstag (12.00 Uhr) das Urteil fallen. In dem Prozess gegen zwei junge Männer forderte die Staatsanwaltschaft lebenslange Gefängnisstrafen wegen Mordes. Die beiden Sportwagenfahrer waren im Februar 2016 mit bis zu 170 Stundenkilometern über den Kurfürstendamm gerast. Der ältere Angeklagte hatte an einer roten Ampel einen Jeep gerammt. Dessen 69 Jahre alter Fahrer starb in seinem Auto.