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Prozesse - Berlin

Ehefrau vergewaltigt und erstochen: Elf Jahre Haft für Täter

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Berlin (dpa/bb) – Nach rund 20-jähriger Ehe hat ein 49-Jähriger seine 54 Jahre alte Frau in der gemeinsamen Wohnung in Berlin-Neukölln geschlagen, gefesselt, sexuell misshandelt und dann erstochen. Das Landgericht verhängte am Donnerstag elf Jahre Gefängnis gegen den zum Teil geständigen Angeklagten. Er habe sich des Totschlags und der besonders schweren Vergewaltigung schuldig gemacht, begründeten die Richter.

Die Frau habe sich von dem Angeklagten, der sich "zu fein war zu arbeiten" und oft Streit provoziert habe, trennen wollen, hieß es im Urteil. Kurz vor dem tödlichen Angriff vor acht Monaten habe sie gegen ihren Mann eine Strafanzeige wegen Nötigung erstattet und eine einstweilige Verfügung nach dem Gewaltschutzgesetz gegen ihn erwirkt. Weil sie ihm Obdachlosigkeit ersparen wollte, habe sie dem 49-Jährigen allerdings gestattet, sich für einige Zeit noch in der Wohnung der Familie aufzuhalten.

Nachdem der deutsche Angeklagte Alkohol und Medikamente konsumiert hatte, sei es in der Nacht zum 7. Oktober 2018 zum Angriff gekommen. "Er wollte Sex erzwingen", so die Vorsitzende Richterin. Nach einem verbalen Streit habe er die Frau misshandelt und durch zwei Stiche in den Oberkörper getötet. Eine verminderte Schuldfähigkeit des Angeklagten zur Tatzeit sei laut Gutachten nicht auszuschließen.

Mit dem Urteil folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwältin. Der Verteidiger des 49-Jährigen, der den Vorwurf der Vergewaltigung zurückgewiesen hatte, verlangte acht Jahre Haft wegen Totschlags. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.