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Prozesse - Berlin

14-Jährige nach Sex erpresst: Haftstrafe für 17-Jährigen

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Berlin (dpa/bb) - Er hat nach Überzeugung der Richter eine 14-Jährige zu Sex genötigt und eine 16-Jährige bei einer Vergewaltigung gefilmt. Ein 17-Jähriger ist am Mittwoch am Landgericht Berlin zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Bei dem jungen Mann sei "Geringschätzung gegenüber Frauen offensichtlich tief verankert", sagte der Vorsitzende Richter. Ein 26-jähriger Mitangeklagter wurde unter anderem wegen Vergewaltigung zu drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Drei weitere Angeklagte wurden freigesprochen.

Die damals 14-Jährige habe der jüngere Angeklagte mit intimen Fotos unter Druck gesetzt und sie zu sexuellen Handlungen genötigt, so die Richter. Er soll die Schülerin im Sommer 2015 über Facebook kennengelernt, sich ihr Vertrauen erschlichen und freiwilligen Sex gefilmt haben. Kurz danach habe er dem Mädchen mit Veröffentlichung gedroht und sie genötigt. Er habe die drei nun freigesprochenen Männer zu Treffen mit der Schülerin mitgenommen. Es sei zu Sex mit weiteren Angeklagten gekommen. Ob diese allerdings von dem "Druckmittel" des 17-Jährigen wussten, sei offen geblieben.

Im Falle einer 16-Jährigen habe sich der 17-Jährige der Beihilfe zur Vergewaltigung sowie der Freiheitsberaubung schuldig gemacht, heißt es im Urteil. Im Sommer 2016 habe er das junge Mädchen in die Wohnung des 26-Jährigen gelockt. Sie hätten die Jugendliche betrunken gemacht, hieß es im Urteil. Der 26-Jährige habe sie dann vergewaltigt. Der 17-Jährige habe dies gefilmt. Der Staatsanwalt hatte dreieinhalb sowie fünf Jahre Haft verlangt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.