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Prozesse - Bamberg

Mord in Asylunterkunft: Lange Haftstrafen für zwei Syrer

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Bamberg (dpa/lby) - Der Vorsitzende Richter Manfred Schmidt sprach von einem "besonders grausamen und verabscheuungswürdigen Verbrechen": Vor dem Landgericht Bamberg ist am Donnerstag das Urteil gegen zwei Flüchtlinge aus Syrien gefallen, die einen Landsmann in einer Asylbewerberunterkunft brutal ermordet und ausgeraubt haben. Gegen einen 22 Jahren alten Mann sprach das Gericht eine lebenslange Haftstrafe aus, außerdem wurde die besondere Schwere der Schuld festgestellt. Damit ist eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren rechtlich zwar möglich, in der Praxis aber so gut wie ausgeschlossen. Der 19 Jahre alte Angeklagte wurde zu zwölf Jahren Haft nach Jugendstrafrecht verurteilt - auch bei ihm wurde die besondere Schwere der Schuld festgestellt.

Nach der Tat vor etwa einem Jahr in einer Flüchtlingsunterkunft in Zapfendorf (Landkreis Bamberg) hatte ein Hausmeister das 26 Jahre alte Opfer blutüberströmt im Zimmer gefunden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die beiden Angeklagten ihr Opfer erstochen haben. Vor der Tat hatten sie, so erläuterte Schmidt in der Urteilsbegründung, mit den Smartphones Selfies gemacht und dabei ein Messer in die Kamera gehalten. Außerdem hatten sie Joints geraucht und Wodka getrunken.

Ursprünglich wollten sie demnach einen anderen Asylbewerber töten, doch dann klopften sie an die Zimmertür ihres Landsmannes. Es stach zunächst der Jüngere zu, dann der Ältere. Insgesamt stellte die Rechtsmedizin 18 Stichverletzungen bei dem Opfer fest. Danach durchwühlten die Täter das Zimmer und nahmen 1260 Euro mit. Nach der Tat besuchten sie Freunde und feierten mit ihnen. Drei Tage später befragte die Polizei sie erst als Zeugen, dann lenkte ein weiterer Mitbewohner den Verdacht auf das Duo.

Sowohl die beiden Täter als auch das Opfer waren nach Gerichtsangaben 2015 nach Deutschland gekommen.