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Polizei - Magdeburg

Weniger Wachpolizisten: Suche nach Verstärkung schwierig

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Magdeburg (dpa/sa) - Sie soll die reguläre Landespolizei entlasten, doch die Einheit der Wachpolizei ist stark zusammengeschrumpft. Fast drei Jahre nach dem Start sind von 100 Kollegen nur noch 19 übrig. Das teilte das Innenministerium auf Anfrage mit. Der Grund: Viele nutzen den Umstand, dass das Land auch mehr regulären Nachwuchs sucht und wechseln in die klassische Polizeikarriere. Manche stiegen laut Innenministerium aber auch ganz aus. Vor einem Jahr waren von 100 Kollegen immerhin noch 56 im Dienst.

Die Ausbildung zum Wachpolizisten dauert nur drei Monate. Die Kollegen werden befristet angestellt statt - wie beim regulären Polizeidienst - verbeamtet. Sie tragen keine Waffe, und ihr Aufgabengebiet beschränkt sich auf Temposünder blitzen und Schwerlasttransporte begleiten.

Auch bei der Suche nach Verstärkung hat Sachsen-Anhalt Schwierigkeiten. Im Frühjahr konnten nur fünf von 40 ausgeschriebenen Ausbildungsstellen besetzt werden. Für eine letzte Runde im Herbst meldeten sich laut Ministerium zunächst nur 43 Bewerber für 75 Plätze bei der Wachpolizei. Die Suche wurde deshalb um weitere drei Wochen bis Ende Juni verlängert.

Im August 2016 startete die neue Einheit mit 20 Kollegen. Die belastete Polizei sollte schnell verfügbare Verstärkung bekommen, bis die massiv aufgestockte Zahl an Nachwuchspolizisten von der Fachhochschule in den Landesdienst wechselt. Nach jahrelangem Personalabbau bei der Polizei schwenkte Sachsen-Anhalt vor einigen Jahren um. Künftig sollen statt 5700 dann 6400 aktive Polizisten auf Sachsen-Anhalts Straßen für Ordnung sorgen. Dieses Jahr sollen 550 Polizeianwärter für eine mehrjährige Ausbildung eingestellt werden.

Die Polizeiinspektion in Magdeburg kann noch auf die meisten Wachpolizisten zugreifen. Zehn der 19 Kollegen sind hier im Einsatz. Im Raum Halle sind es noch vier, im Einsatzgebiet von Dessau-Roßlau noch fünf. Die im Januar neu installierte Inspektion in Stendal hat noch keinen Wachpolizisten. Ist die verlängerte Suche nach Verstärkung erfolgreich, soll jede der vier Behörden je 20 Kollegen dazu bekommen. Im Jahr 2021 läuft das Programm aus.

Das Innenministerium wertet das Projekt trotz der vielen Weggänge als Erfolg. "Das Instrument war und ist erfolgreich, weil es das erreicht, wofür es implementiert wurde: In erster Linie die Polizeivollzugsbeamten bei bestimmten Aufgaben zu entlasten", teilte das Haus von Minister Holger Stahlknecht (CDU) mit. Auch weitere Maßnahmen wie die freiwillige Verlängerung der Lebensarbeitszeit seien hilfreiche Optionen, die genutzt würden.