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Polizei - Düsseldorf

LKA: Fast 19 000 NRW-Polizisten wurden 2018 Opfer von Gewalt

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Düsseldorf (dpa/lnw) - Die Zahl der Angriffe auf Polizisten in NRW ist im vergangenen Jahr wieder gestiegen. Laut einem Lagebild des Landeskriminalamts (LKA), das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, wurden 2018 insgesamt 18 873 Polizeibeamte Opfer von Gewalt - 834 mehr als 2017. Die WAZ hatte zuerst über das Lagebild berichtet.

Laut dem Lagebild gab es 2018 rund 9300 Ermittlungsverfahren mit einer Aufklärungsquote von mehr als 97 Prozent. 8458 Tatverdächtige seien ermittelt worden.

In den meisten Fällen kam es zu Widerstandshandlungen (6208 Delikte), 1271 mal gab es "tätliche Angriffe auf Vollstreckungsbeamte". Das Lagebild zählt fünf versuchte Fälle von Totschlag und zwei Mordversuche. Drei Beamte oder Beamtinnen wurden Opfer von Stalkings.

5887 Tatverdächtige waren laut Lagebild Deutsche, 2571 Ausländer. Die Mehrheit aller Verdächtigen war kriminalpolizeilich bereits in Erscheinung getreten. Insgesamt waren nur 15,5 Prozent der Tatverdächtigen weiblich.

Der Landeschef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Michael Mertens, sagte der WAZ, der Respekt in der Gesellschaft nehme weiter ab: "Eine Uniform schützt unsere Beamten nicht." Gerichte sollten das mögliche Strafmaß konsequent anwenden. 2017 hatte der Bundestag höhere Strafen für Angriffe gegen Polizisten, Rettungskräfte und Feuerwehrleute beschlossen. Seitdem liegt der Rahmen bei drei Monaten bis 5 Jahren Haft.