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Polizei - Bremen

Polizisten aus ganz Deutschland messen sich in Bremen

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Bremen (dpa/lni) - Nacheinander springen die Männer in Polizeiuniform und Turnschuhen aus dem Hubschrauber ins Wasser. Manche legen die Arme eng an den Körper, andere strecken sie lang nach oben, während sie etwa drei bis fünf Meter tief in die Bremer Weser fallen. Die Polizisten haben keine Zeit zu verlieren, schnell müssen sie zu einem Boot schwimmen, um als Team zur nächsten Aufgabe zu paddeln.

Polizisten von Beweis- und Festnahmeeinheiten des Bundes und der Länder haben am Mittwoch in Bremen für Großlagen trainiert. Bei der Vergleichsübung mussten 20 Mannschaften mit je fünf Männern Aufgaben bewältigen - etwa eine Puppe aus dem Fluss retten, einen Mann auf einer Bahre über Hindernisse tragen oder an einem Seil eine Mauer hochklettern. Jeweils zwei Teams starteten gleichzeitig, Stationen waren in Bremen und im Umland aufgebaut, wie Polizeisprecherin Jana Schmidt sagte.

Zu den Beweis- und Festnahmeeinheiten gehören speziell geschulte und extra ausgerüstete Polizisten. Ihre Hauptaufgabe ist, Straftäter beweissicher festzunehmen. "Es sind geschlossene Einheiten, die bei Großlagen zum Einsatz kommen", erklärte Schmidt. Die Beamten müssen eine Aufnahmeprüfung bestehen und eine gesonderte Ausbildung durchlaufen. "Ich denke, das Wichtigste ist, dass man sowohl mental als auch körperlich außerordentlich belastbar sein muss", sagte der Bremer Polizist Tilo Koch, der früher selbst zu einer Beweis- und Festnahmeeinheit gehörte.

Der Wettbewerb für Teams aus allen Bundesländern wird alle zwei Jahre organisiert. Da die Einheit aus Bremen im Jahr 2017 in Magdeburg gewann, war sie nun Ausrichter der 14. Vergleichsübung, an der auch die Bundespolizei und die Wiener Einsatzgruppe Alarmbeteiligung teilnahmen.

Die Übungen bei heißem Wetter waren für die Männer herausfordernd. Zu fünft mussten sie ein 150 Meter langes und 250 Kilo schweres Schiffstau tragen und sich gegen eine Strömung durch einen engen Durchgang kämpfen. "Die Teilnehmer werden immer wieder an die psychische und physische Grenze der Belastbarkeit gebracht", sagte Koch. Patrick Fischer vom Hamburger Team bestätigte das. "Noch sind wir nicht ganz an die Grenzen gekommen, es ist noch Luft nach oben", sagte der Polizist am Vormittag. "Aber die schwierigsten Stationen liegen noch vor uns."

Neben dem Austesten der körperlichen und mentalen Stärke soll der Wettbewerb die Zusammenarbeit bei länderübergreifenden Einsätzen verbessern. "Sie unterstützen sich bei Großlagen gegenseitig", sagte Koch über die Polizei-Einheiten. "Dafür ist es wichtig, dass sie sich untereinander kennen und vertrauen." Teilnehmer Fischer sieht das genauso. Solche Übungen förderten den Zusammenhalt und seien eine Möglichkeit, Einsatzerfahrungen mit anderen Bundesländern auszutauschen. Vom Sprung aus dem Hubschrauber ins Wasser zeigte sich der Polizist begeistert. "Das ist eine Chance, die man so schnell nicht wieder bekommt", sagte er. "Das war eine tolle Erfahrung."