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Notfälle - Oranienburg

Neuer Bombenverdacht an Oder-Havel-Wasserstraße

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Oranienburg/Eberswalde (dpa/bb) - Nach der Sperrung der Oder-Havel-Wasserstraße wegen Bombenverdachts in Oranienburg ist dort eine weitere mögliche Weltkriegsbombe geortet worden. Auch bei diesem zweiten Objekt auf dem Gelände einer Kleingartenanlage am Ufer handele es sich nach Einschätzung des Kampfmittelbeseitigungsdienstes wahrscheinlich um eine Zehn-Zentner-Bombe mit chemischem Langzeitzünder, teilte die Stadt am Dienstag mit. Unterdessen hofft das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Eberswalde, die Sperrzeit verkürzen zu können.

Die Wasserstraße ist schon wegen des ersten Bombenverdachts auf der wichtigen Route Berlin-Stettin seit dem 5. April gesperrt. Eine Umfahrung über den Oder-Spree-Kanal und die Oder ist für die Berufsschifffahrt wegen des geringen Wasserstands des Flusses nicht möglich. Ursprünglich sollte die Sperrung bis mindestens Ende Mai dauern, denn zur Freilegung der möglichen Blindgänger müssen wegen des hohen Grundwasserspiegels zunächst Spundwände gebaut werden.

"Doch nach einem Krisengespräch mit dem Kampfmittelbeseitigungsdienst (KMBD) und der Stadt besteht nun die Chance, die gesperrte Wasserstraße in drei Wochen zeitweise wieder freizugeben", sagte der Sprecher des Wasser- und Schifffahrtsamts Eberswalde, Sebastian Dosch, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Zur Absicherung der Schifffahrt sollen um die Fundorte der Blindgänger ein Schutzwall gebaut und zur weiteren Dämmung Schuten mit Kies am Ufer verankert werden. "Dann könnte die Wasserstraße außerhalb der Arbeitszeiten des KMBD etwa von 17 Uhr bis 6 Uhr freigegeben werden", sagte Dosch.

Weiter nördlich ist die Obere Havel wegen Verzögerungen bei Bauarbeiten an der Schleuse Zaaren bis zum 1. August blockiert. Damit ist der direkte Weg für Freizeitskipper aus dem Berliner Raum zur Mecklenburgischen Seenplatte abgeschnitten.