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Notfälle - Mainz

Dome in Rheinland-Pfalz sind für Brände gerüstet

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Mainz/Speyer/Trier (dpa/lrs) - Für den Fall eines Brandes im Dom sind in Mainz, Speyer und Trier Vorkehrungen getroffen. Brandmeldeanlagen, Steigleitungen, die Löschmittel in große Höhen transportieren können, oder Absprachen mit der Feuerwehr sollen im Ernstfall das Schlimmste verhindern, wie Dom-Techniker in den drei Städten am Dienstag mitteilten. Kirchenvertreter zeigten sich von dem Großbrand in Paris bestürzt.

"Mit dem Brand der Pariser Kathedrale wird offensichtlich, dass Feuer auch im 21. Jahrhundert eine fundamentale Bedrohung für einen Kirchenbau sein kann", sagte der Domkustos von Speyer, Peter Schappert. Die erste Sorge gelte immer der Rettung von Menschen, sagte der Dom-Techniker Günther Frey. Dazu gebe es für jeden Teil des Gebäudes ein Rettungskonzept, das von der Feuerwehr regelmäßig überprüft und geübt werde. Für liturgische Gegenstände, Gewänder und Kunstwerke im Dom gebe es eine Evakuierungsliste, auf die Reihenfolge der Rettung festgelegt sei. Eine moderne Brandmeldeanlage, Brandschutzvorhänge im Dachstuhl und Steigleitungen sollen den Speyerer Dom schützen

Die Zuständigen in Speyer und Mainz betonten die Unterschiede der dortigen Kirchen zu Notre-Dame. "In Notre-Dame hat insbesondere das verbaute Blei für Schwierigkeiten gesorgt, diese Problematik haben wir mit unserem Kupferdach in Speyer zumindest nicht", sagte die dortige Dombaumeisterin Hedwig Drabik. In Mainz sei es eine Herausforderung, dass der Dom an mehreren Seiten nicht freistehe, sondern umbaut sei, sagte der Domdekan Heinz Heckwolf. Der Westteil über dem Hauptaltar sei seit einer Wiederherstellung nach einem Brand im Jahr 1767 aus Stein, also feuerfest. Bei der Dachkonstruktion im Langhaus handele es sich indes um Holz.

Ein Brand sei theoretisch nie auszuschließen, teilte das Bistum Trier mit. Faktoren wie eine Dachkonstruktion aus Stahl, Betondecken und Sprinkleranlagen im Hohen Dom zu Trier minimierten jedoch die Wahrscheinlichkeit. Für den Trierer Dom existierte ein Brandschutzkonzept, das mit der Berufsfeuerwehr abgestimmt ist. Ein Ortstermin in Paris ist aufgrund des unterschiedlichen Charakters der beiden Bauten nicht geplant.

In Mainz gibt es drei fest installierte Steigleitungen aus Kupfer, die Löschmittel in die Höhe befördern können. Laut Heckwolf hat die Feuerwehr zudem einen Lageplan des Domes, um sich möglichst schnell orientieren zu können. An einer verabredeten Stelle liege ein Schlüssel für die Feuerwehr, damit sie bei einem Notfall auf jeden Fall ins Gebäude komme. Da die Pläne des Domes digital vorlägen, könne die Feuerwehr sich schon bei der Anfahrt orientieren. Vor einigen Jahren sei bei Dacharbeiten auf der Südseite mal eine abgelegte Decke durch einen heißen Scheinwerfer in Brand geraten. Eine aufmerksame Anwohnerin habe das Feuer entdeckt, Alarm geschlagen und die Feuerwehr habe es schnell eindämmen können. Neue Sicherheitsvorkehrungen würden angesichts des Brandes in Paris nicht ergriffen.

"Notre-Dame brennen zu sehen ist schockierend", sagte der Speyerer Bischof, Karl-Heinz Wiesemann. Die Kirche sei ein Ort der nationalen Identifikation und gleichzeitig eine Stätte gelebten Glaubens. Im Mainzer Dom läuteten am Dienstag die Glocken für Notre-Dame, zudem wurde ein Gebet abgehalten. Heckwolf dankte dabei unter anderem den Einsatzkräften und nannte Notre Dame ein "Symbol der französischen Nation". Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sagte am Dienstag in Mainz, es sei herzzerreißend, was in Paris passiert sei. "Das ist schlimm, das ist einfach ein Wahrzeichen", sagte sie. "Wir hoffen, dass unser Dom vor solchen Katastrophen verschont bleibt", sagte der Speyerer Domkustos Schappert. "Absolute Sicherheit kann es nicht geben."