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Notfälle - Hamburg

Stundenlange Evakuierung: Bombe in Heimfeld entschärft

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Hamburg (dpa/lno) - In einem Wohngebiet im Hamburger Stadtteil Heimfeld ist in der Nacht zum Donnerstag eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft worden. Der Einsatz sollte ursprünglich bereits am Mittwochabend beendet sein, dauerte schließlich aber deutlich länger als geplant. Der Kampfmittelräumdienst musste zuerst einen ersten Zünder des Blindgängers unschädlich machen und dann den zweiten Zünder entfernen und am Fundort sprengen, wie ein Feuerwehrsprecher sagte.

Die 1000 Pfund schwere amerikanische Fliegerbombe war bei Baggerarbeiten am Milchgrund entdeckt worden. In einem Radius von 500 Metern rund um den Fundort mussten knapp 7000 Anwohner ihre Wohnungen vorübergehend verlassen. Das Bezirksamt Harburg hatte zwei Notunterkünfte in Schulen eingerichtet, zu denen Shuttle-Busse fuhren. Bis circa 5.00 Uhr am Morgen waren alle Menschen in ihre Häuser zurückgekehrt.

Die Evakuierung gestaltete sich schwierig, weil auch mehr als 200 Bewohner zweier Senioreneinrichtungen aus dem Gefahrenbereich gebracht werden mussten. "Davon 76 liegend und 69 Rollstuhlfahrer", sagte der Feuerwehrsprecher. Die Rettungsdienste hätten für den Transport einen "Pendeldienst" eingerichtet. Die alten Leute seien auf umliegende Kliniken und Notunterkünfte verteilt worden.

Im Umkreis von einem Kilometer hatten die Einsatzkräfte außerdem eine sogenannte Warnzone geschaffen, in der Anwohner sich zum Zeitpunkt der Entschärfung nicht im Freien aufhalten sollten. Sie wurden aufgefordert, sich von Fenstern fernzuhalten und auf der vom Fundort der Bombe abgewandten Gebäudeseite aufzuhalten. Hiervon waren rund 19 000 Menschen betroffen. Auch der Luftraum 1000 Meter über dem Fundort war während der Entschärfung gesperrt.

Betroffen war auch das nahe gelegene Asklepios-Klinikum Harburg. Es wurde zwar nicht evakuiert, war jedoch zwischenzeitlich von der Unfallversorgung abgemeldet. Außerdem war der S-Bahn-Verkehr zwischen den Stationen Harburg Rathaus und Neugraben während der Entschärfung eingestellt. Insgesamt waren mehr als 400 Polizisten, Feuerwehrleute, Hilfskräfte und Mitarbeiter des Bezirksamts vor Ort im Einsatz.

Im vergangenen Jahr waren in Hamburg insgesamt mehr als dreieinhalb Tonnen Kampfmittel beseitigt worden, davon acht große Sprengbomben. Das geht aus dem Jahresbericht der Feuerwehr hervor. Außerdem mussten Hunderte kleinere Bomben und Granaten entsorgt werden.