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Notfälle - Frankfurt am Main

Bombe womöglich im Main gesprengt: 600 Frankfurter betroffen

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Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Der Kampfmittelräumdienst will eine im Main in Frankfurt entdeckte Weltkriegsbombe am Sonntag womöglich unter Wasser sprengen. Ein Sprecher des Regierungspräsidiums in Darmstadt sagte am Freitag, dies sei aber nur eine Option, um die US-amerikanische 250-Kilogramm-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg unschädlich zu machen. Die Entscheidung, ob die Bombe gesprengt wird oder ob man den Zünder nach einer Bergung entfernt, falle erst am Sonntagmorgen, sagte der Sprecher. Um eine mögliche Sprengung im Main vorzubereiten, habe man eine spezielle Tauchergruppe des Kampfmittelräumdienstes Rheinland-Pfalz um Hilfe gebeten. Das hatte zuvor der Hessische Rundfunk berichtet.

Bevor die Experten aus Rheinland-Pfalz und Hessen an die Arbeit gehen, müssen etwa 600 Menschen am Sonntagmorgen ihre Wohnungen verlassen. Der Sprengkörper war Dienstag bei einem Übungstauchen der Feuerwehr nahe der Alten Brücke entdeckt worden. Anwohner in der zweiten Häuserreihe dürfen während der Aktion in ihren Wohnungen bleiben. Sie sollen die dem Main zugewandten Fensterbereiche meiden. Auch sind sie angehalten, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Der Straßen- und Schifffahrtsverkehr sowie der öffentliche Nahverkehr wird teilweise gesperrt oder umgeleitet. Die Buslinie 36 fährt eine Umleitung, da die Gegend rund um die Alte Brücke und die Straßen entlang des Mainufers gesperrt sind. Anwohner, die ihre Häuser verlassen müssen, können im Ratskeller des Rathauses (Römer) Zuflucht finden. Das Deutsche Filminstitut und Filmmuseum (DFF) öffnet ebenfalls seine Pforten. So bietet etwa das dortige Café von 8 Uhr an Heißgetränke und Snacks für ein Frühstück im Museumsfoyer an.

Die Entschärfung im Herzen Frankfurts hat weitreichende Auswirkungen auf das öffentliche Leben. So fallen am Sonntagmorgen beispielsweise die Gottesdienste im Kaiserdom der Stadt aus. Die Domgemeinde lud wegen der Änderung die Gläubigen für 11.30 Uhr zu einem feierlichen Gottesdienst mit Palmweihe in die evangelische Heiliggeistkirche im Dominikanerkloster ein, die außerhalb der Sperrzone liegt.

Wegen der Arbeiten bleiben auch das Historische Museum sowie das Junge Museum am Sonntag geschlossen. Beide Museen liegen in der Evakuierungszone. Auch der Römerberg wird in der Zeit der Sprengung beziehungsweise während der Entschärfung teilweise für Besucher und Touristen gesperrt sein.