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Notfälle - Berlin

Bombe am Alexanderplatz entschärft

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Berlin (dpa) - Kleiner Knall statt großer Explosion: Nahe dem Berliner Alexanderplatz ist am frühen Samstag eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft worden. Fachleute entfernten den Zünder der 100-Kilogramm-Bombe und sprengten ihn, Anwohner konnten nach wenigen Stunden wieder zurück in ihre Wohnungen. Verletzte oder Schäden hat es nach Angaben der Einsatzkräfte nicht gegeben.

Rund um den Alexanderplatz hatte der Bombenfund auf einer Baustelle an der Voltaire-/Ecke Dircksenstraße erhebliche Verkehrsprobleme ausgelöst. In dem Sperrkreis von 300 Metern liegen U- und S-Bahn-Linien, die unterbrochen wurden. Auch der Regional- und Fernverkehr der Bahn kam zum Stehen.

Die Bombe war neben dem Kaufhaus Alexa gefunden worden. Die Polizei zog einen Sperrkreis von 300 Metern. In diesem Gebiet leben rund 3000 Menschen, Geschäfte und ein Pflegeheim befinden sich ebenfalls in dem Areal. Sogar die Kugel des Fernsehturms wurde am Freitagabend geräumt.

Die Entschärfung verzögerte sich. Die Polizei meldete nach Mitternacht unerwartete technische Probleme - die dann aber doch schnell behoben werden konnten.

Der Fernsehturm liegt eigentlich außerhalb des Sperrkreises, seine Kugel in 200 Metern Höhe wurde jedoch hinzugenommen. Splitter könnten bei einer Detonation der Bombe bis dorthin fliegen, hieß es zur Erklärung. In der Kugel befindet sich unter anderem ein Restaurant.

Berlin war im Zweiten Weltkrieg sehr oft Ziel von Luftangriffen. Bei etwa 380 Bombenangriffen bis 1945 warfen Amerikaner, Briten und Russen nach Schätzung von Historikern mehr als 45 000 Tonnen Sprengstoff auf die Stadt.

74 Jahre nach Kriegsende liegen in Berlin nach Schätzung der Innenverwaltung noch etwa 4600 Bombenblindgänger im Boden. Die Zahl wurde erst kürzlich nach oben korrigiert. Bisherige Schätzungen gingen von etwa 3000 Bomben, Granaten und Munitionsresten aus.

Spezialisten des Kriminaltechnischen Instituts beim Landeskriminalamt waren im vergangenen Jahr laut Senat rund 1400 Mal im Einsatz. 2018 wurden demnach 38,7 Tonnen Sprengstoff entschärft.

In Berlin gibt es nach Angaben der Innenverwaltung keine Pflicht zur Überprüfung von Grundstücken vor dem Bebauen. Die Ordnungsbehörden ermittelten aber auf Anfrage vor geplanten "Bodeneingriffen", ob es eine Gefährdung gibt. Die Kosten für die Bergung eines Munitionsfundes müsse aber der Eigentümer tragen.