bedeckt München 27°

Kriminalität - Rüsselsheim am Main

Rüsselsheim will nach Schüssen mehr Sicherheit schaffen

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Rüsselsheim (dpa/lhe) - Nach den Schüssen in Rüsselsheim von Ende April wollen Stadt und Polizei für mehr Sicherheit sorgen. Es solle einen weiteren Stadtpolizisten geben, zudem sollten weitere zehn Hilfspolizisten eingestellt und der private Sicherheitsdienst aufgestockt werden, teilte die Stadt am Freitag mit. Der südhessische Polizeipräsident Bernhard Lammel stellte eine Bürgersprechstunde im Rathaus in Aussicht, bei der die Menschen ihre Sicherheitsbedenken vortragen könnten. Außerdem habe die Stadt einen "Arbeitskreis Sicherheit, Sauberkeit und Erscheinungsbild" gebildet, an dem die Polizei ebenfalls beteiligt sei.

Rüsselsheim sei nicht per se unsicherer als andere mittelgroße Städte, doch man müsse Vorkehrungen treffen, sagte Oberbürgermeister Udo Bausch (parteilos). Es sei prinzipiell wichtig, vorbeugend zu wirken, um Zustände wie etwa im Frankfurter Bahnhofsviertel zu vermeiden.

Stadt und Polizei wollen in Zukunft enger zusammenarbeiten. Am Pfingstwochenende hatten bereits Mitarbeiter der Landes- und Stadtpolizei in einer gemeinsamen Aktion 84 Menschen und vier Lokale kontrolliert. Es kam zu einer Festnahme und der Schließung eines Lokals. Solche Kontrollen soll es auch in Zukunft geben, sagte der Oberbürgermeister: "Die Entwicklung geht in die richtige Richtung. Dies werden wir konsequent weiterverfolgen."

Am Ort, an dem die Schüsse am 27. April fielen, sei derzeit eine Videoüberwachung eingerichtet, teilte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Südhessen mit. Sie sei aber vorerst nur temporär. Die Polizei empfehle jedoch eine dauerhafte Überwachung. Für die Entscheidung sei die Stadt zuständig.

Den Schüssen war Ermittlungen zufolge ein Streit zwischen zwei Großfamilien vorausgegangen. Damals war ein Mann durch einen Streifschuss verletzt worden. Die jüngsten Planungen der Stadt seien jedoch nicht nur diesem Ereignis geschuldet, sagte Oberbürgermeister Bausch. Es gehe auch um Sauberkeit, Falschparken und sozialen Ungehorsam, erklärte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Südhessen.