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Kriminalität - Osnabrück

Alter Missbrauchsfall holt Bistum Osnabrück ein

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Osnabrück/Meppen (dpa/lni) - Wenige Tage vor der Frühjahrstagung der Deutschen Bischofskonferenz im Emsland ist ein neuer Missbrauchsfall öffentlich bekannt geworden. Einem Bericht der "Neuen Osnabrücker Zeitung" zufolge meldete sich bei der Redaktion ein Mann, weil ein Priester ihn als 13-Jährigen in den 60er Jahren mehr als ein Jahr lang in einem katholischen Internat in Meppen missbraucht habe.

Demnach hatte sich der Mann bereits vor neun Jahren bei der Bistumsverwaltung in Osnabrück gemeldet. Daraufhin bekam er Besuch vom damaligen Missbrauchsbeauftragten. Bis heute würden die Vorkommnisse das Opfer schwer belasten. Von der damaligen Reaktion des Bistums sei der heutige Rentner bis heute sehr enttäuscht.

Ein Sprecher des Bistums bestätigte, dass sich zum besagten Zeitpunkt ein Opfer gemeldet habe. "Nach dem Gespräch mit dem Betroffenen war aber für uns der Eindruck entstanden, er braucht und möchte keine weitere Begleitung." Es habe das "deutliche Signal" gegeben, dass das Thema für ihn erledigt sei.

Inzwischen würde das Bistum anders handeln und die Staatsanwaltschaft informieren, auch wenn strafrechtlich die Fälle verjährt seien. Auch würde das Bistum heute mehr Angebote zur Begleitung und Unterstützung der Opfer anbieten. Bischof Franz-Josef Bode habe inzwischen eingeräumt, auch Fehler im Umgang mit den Missbrauchsfällen gemacht zu haben. Der beschuldigte Priester war vor einigen Jahren gestorben.

Die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche ist in der kommenden Woche wichtiges Thema bei der Frühjahrstagung der Bischöfe in Lingen. Opfervertreter hatten sich zuletzt enttäuscht geäußert über das Ergebnis des Missbrauchsgipfels beim Papst.