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Kriminalität - Osnabrück

Abgelehnter Asylbewerber: Keine Hinweise auf Anschlagspläne

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Osnabrück (dpa/lni) - Nach der Drohung eines abgelehnten Asylbewerbers, sich in Berlin in die Luft zu sprengen, haben die Ermittler keine Hinweise auf Anschlagspläne gefunden. Bei einer Durchsuchung der Wohnung des 33-Jährigen im Kreis Osnabrück wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft weder Waffen noch Sprengstoff oder anderes Bomben-Zubehör entdeckt. "Zuvor hatte er konkrete Anschlagspläne geäußert, in der Wohnung wurden aber keine entsprechenden Materialien gefunden", sagte Sprecher Alexander Retemeyer am Dienstag. Auch die Auswertung der Computer des in Präventivhaft genommenen Mannes habe keine entsprechende Spur ergeben, hatte der NDR zuvor berichtet.

Der Mann solle zunächst in Haft bleiben, hieß es weiter. Die Staatsanwaltschaft will prüfen, ob er zurechnungsfähig ist. "Wir überlegen, ob wir ein Gutachten in Auftrag geben", sagte Retemeyer.

Der aus dem Libanon stammende Mann war am vergangenen Mittwoch festgenommen worden. Er habe angedroht, Personen aus seiner Familie etwas anzutun, sagte Innenminister Boris Pistorius (SPD) am Freitag im Landtag. Der 33-Jährige habe angekündigt, er wolle den Märtyrertod sterben. Es gebe aber keine Hinweise auf einen religiös oder politisch extremistischen Hintergrund, betonte das Innenministerium schon am Freitag. Der Mann ist als Gewalttäter bekannt und wurde als Hochrisikofall im Bereich häuslicher Gewalt eingestuft. Er war erst im Februar aus dem Gefängnis entlassen worden. Seine Wohnung in der Gemeinde Belm wurde bereits am vergangenen Donnerstag durchsucht, wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" am Dienstag berichtete.