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Kriminalität - München

Kokainschmuggel in Bananenkisten: Prozess unterbrochen

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München (dpa/lby) - 185 Kilogramm Kokain sollen drei Männer in Bananenkisten von Ecuador nach Deutschland geschmuggelt haben - der Prozess gegen sie am Landgericht München I wurde direkt zu Beginn unterbrochen. Noch bevor es am Dienstag zur Befragung der Angeklagten kommen konnte, rügten deren Anwälte das Gericht. Sie waren mit der Verteilung der Zuständigkeiten auf die einzelnen Richter nicht einverstanden. Der Prozess wurde unterbrochen, während die Kammer über den Antrag berät. Am Montag soll es planmäßig weitergehen.

Die Staatsanwaltschaft Landshut wirft den drei Männern vor, Teil einer internationalen Bande zu sein. Diese habe zwischen Sommer 2017 und Frühjahr 2018 Kokain in Bananenkisten versteckt und über den Hamburger Hafen nach Deutschland gebracht, um es in den Niederlanden zu verkaufen. Aus Hamburg wurden die Kisten auf dem regulären Lieferweg von Speditionen an verschiedene Standorte einer Reiferei unter anderem in Bayern gebracht, wie die Staatsanwaltschaft angab. Demnach brachen Mitglieder der Bande anschließend in die Reifehallen ein, um an die Drogen zu kommen. Nicht immer war dies erfolgreich.

Nachdem im Herbst 2017 in mehreren Supermärkten in Deutschland Kokain in Bananenkisten gefunden worden war, waren die Ermittler der Bande auf die Spur gekommen. Im April 2018 nahm die Polizei mehrere Mitglieder auf dem Weg von Hamburg in die Niederlande fest. Weitere Festnahmen folgten. Fünf Männer stehen seit Ende April in Landshut vor Gericht, vier weitere wurden in Hamburg verurteilt. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Gruppe insgesamt fast 1700 Kilogramm Kokain nach Deutschland geschmuggelt hat.