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Kriminalität - Moers

Mutmaßliches Autorennen: Verdächtiger mit Haftbefehl gesucht

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Moers (dpa/lnw) - Der tatverdächtige Unfallfahrer des mutmaßlichen Autorennens in Moers, bei dem eine unbeteiligte Autofahrerin starb, wird mit Haftbefehl wegen Mordes gesucht. Polizei und Staatsanwaltschaft veröffentlichten am Montag Namen und Fotos von dem 21-jährigen Mann. Ein internationaler Haftbefehl werde noch geprüft, sagte Staatsanwalt Sebastian Noé.

An den bekannten Anschriften sei der Mann mit kosovarischer Staatsangehörigkeit nicht angetroffen worden, teilte die Polizei mit. Vermutlich habe er sich abgesetzt und sei jetzt auf der Flucht, hieß es in einer Mitteilung der Polizei. Der Tatverdächtige habe aktuell Verbindungen in den Kosovo, "so dass auch möglich ist, dass Kushtrim Hoti die Bundesrepublik bereits verlassen hat oder zeitnah verlassen will", teilte die Polizei mit.

Um den Tatvorwurf gegen den zweiten Fahrer rechtlich einordnen zu können, müsse weiter ermittelt werden, sagte Staatsanwalt Noé. Darum sei gegen ihn auch noch kein Haftbefehl beantragt worden. Bei ihm gehe der Tatvorwurf wohl in Richtung des neuen Paragrafen 315d im Strafgesetzbuch, mit dem Teilnehmer eines illegalen Autorennens seit Oktober 2017 härter bestraft werden können. Wird durch ein "verbotenes Kraftfahrzeugrennen" der Tod eines anderen Menschen verursacht, können seither bis zu zehn Jahre Haft verhängt werden.

Zwei Raser sollen sich Ostermontag in PS-starken Autos auf einer zweispurigen Straße in der niederrheinischen Stadt ein illegales Autorennen geliefert haben. Einer der beiden soll dabei nach Zeugenaussagen versucht haben, seinen Kontrahenten zu überholen und auf die Gegenspur gefahren sein. In einer Kreuzung kollidierte er mit dem Kleinwagen der 43-jährigen Frau, die Tage später starb. Die beiden Tatverdächtigen flüchteten vom Unfallort.

Die Frage, in welcher Beziehung die Tatverdächtigen zu den Fahrzeug-Haltern stehen, ließ die Staatsanwaltschaft offen: "Da möchte ich aus ermittlungstaktischen Gründen noch nichts zu sagen", sagte Noé. Nach dem Unfall waren die beiden Halter der Fahrzeuge, die an dem mutmaßlichen Rennen beteiligt gewesen sein sollen, vorläufig festgenommen worden - bis klar wurde, dass sie "wahrscheinlich" nicht die Fahrer waren.

Auch eine Woche nach dem Unfall waren an der Unfallstraße Zeichen der Betroffenheit zu sehen: Auf dem Gehweg standen am Montag Kerzen, viele davon brannten. Blumen waren niedergelegt. Eine gelbe Rose stand an einem Baum. Am Samstag hatten rund 200 Menschen der 43-jährigen Frau an der Unfallstelle gedacht und dabei Blumen und Kerzen niedergelegt. Die Polizei hatte dafür die Straße vorübergehend gesperrt.

Das mutmaßliche Rennen in Moers erinnert an die sogenannten Kudamm-Raser in Berlin. Die beiden Männer waren im Februar 2016 über den Kurfürstendamm gerast, ein unbeteiligter 69-Jähriger kam dabei ums Leben. Das Berliner Landgericht verurteilte die Männer im März 2019 wegen Mordes zu lebenslanger Haft. Die erste Verurteilung hatte der Bundesgerichtshof aufgehoben. Auch nach dem zweiten Urteil legte einer der Verteidiger Revision ein. Auch als Konsequenz aus dem Berliner Fall hat der Gesetzgeber Strafen gegen Raser mit dem neuen Paragrafen 315d StGB verschärft.