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Kriminalität - Lügde

Fall Lügde: Landkreis versagt Opfer-Vater Wunsch nach Infos

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Hameln/Lügde (dpa) - Der Vater eines Opfers im Missbrauchsskandal von Lügde ist nach Darstellung des niedersächsischen Landkreises Hameln-Pyrmont nicht über die Vorfälle informiert worden, weil er kein Sorgerecht hat. Der Mann habe deshalb kein Auskunftsrecht, sagte eine Sprecherin am Montag.

Der Mann, der zum Schutz seiner Tochter in der Öffentlichkeit anonym bleiben wollte, hatte seine Vorwürfe im NDR erhoben. Der Landkreis habe nicht auf seine wiederholten telefonischen Proteste gegen den verwahrlosten Aufenthaltsort seiner Tochter reagiert, nachdem er zufällig erfahren habe, dass das Mädchen im Jahr 2016 in die Obhut des Hauptverdächtigen gegeben worden war. Dieser Vorwurf werde noch überprüft, sagte die Sprecherin.

Nach den bisherigen Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft Detmold wurden auf einem Campingplatz in Lügde an der Landesgrenze zu Niedersachsen 41 Mädchen und Jungen zum Opfer schweren sexuellen Missbrauchs. Ein 56-jähriger Dauercamper soll mit einem Komplizen (33) über Jahre hinweg Kinder missbraucht und dabei gefilmt haben. Die beiden Männer sowie ein 48-Jähriger aus dem niedersächsischen Stade sitzen in Untersuchungshaft.