bedeckt München 26°

Kriminalität - Kassel

160 Fälle von Steuerhinterziehung: Inspektor verurteilt

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Kassel (dpa/lhe) Wegen Steuerhinterziehung in knapp 160 Fällen soll ein Mitarbeiter des Finanzamtes in Kassel ins Gefängnis. Der Angeklagte sei zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt worden, sagte ein Sprecher des Landgerichts am Montag. Davon gelten zwei Monate als bereits vollstreckt. Der 50-Jährige hatte jahrelang fremde Steuererklärungen mit falschen Angaben abgezeichnet, manipuliert oder sogar selbst erstellt. Gegen das Urteil kann Revision eingelegt werden.

Verurteilt wurde der Mann wegen Steuerhinterziehung in 159 Fällen, davon in 112 Fällen in Tateinheit mit Untreue und davon in zwei Fällen in Tateinheit mit Urkundenfälschung sowie wegen Bestechlichkeit in 33 Fällen. Zudem werde beim Angeklagten ein "geldwerter Vorteil von 19 400 Euro abgeschöpft". Den genauen Grund teilte der Sprecher nicht mit. In der Regel werden auf diesem Wege finanzielle Vorteile der Straftat ausgeglichen.

Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft hatte der 50-Jährige bei Steuererklärungen beraten oder die Unterlagen selbst erstellt. Bei Vorprüfungen habe er mit einem sogenannten Dienststift falsche Angaben für Handwerker-, Krankheits- und Werbungskosten abgezeichnet. Dafür sei er mit Geld oder anderweitig entlohnt worden. Seine Partner bei dem illegalen Treiben kamen aus allen Gesellschaftsschichten: Polizeibeamte, Sportler, Lehrer, Ingenieure, Ärzte und Handwerker. Ihre Steuerersparnis reichte von ein paar Hundert bis ein paar Tausend Euro pro Jahr.