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Kriminalität - Düsseldorf

"Hochzeits-Flyer" verteilt: Polizei kontrolliert Feiernde

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Düsseldorf (dpa/lnw) - Schon 5000 der sogenannten Hochzeits-Flyer hat das nordrhein-westfälische Innenministerium an die Polizeidienststellen im Land verteilt. "Darüber hinaus wurde ihnen die Druckvorlage zur Verfügung gestellt, um nach Bedarf selbstständig weitere Exemplare drucken zu können", sagte eine Ministeriumssprecherin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. In der Broschüre werden Brautpaaren und Gästen harte Konsequenzen für ausufernde Feiern aufgezeigt.

Auch am Wochenende kontrollierte die Polizei Hochzeitsgesellschaften in Duisburg, ermahnte Brautpaare und Gäste und händigte Flyer aus. In einem Fall war das Kennzeichen des Brautpaar-Autos überklebt. Nachdem der Bräutigam den pinkfarbenen Aufkleber entfernt hatte, durfte das Paar laut Polizei zusammen mit rund 30 weiteren Autos zur Hochzeitsfeier starten. In zwei anderen Fällen kassierten Fahrer Anzeigen, weil sie bei Rot über die Ampel gefahren waren.

Die Zahl der Einsätze wegen eskalierter Hochzeitsfeiern ging unterdessen zunächst zurück. So gab es laut Innenministerium in der Woche nach dem Fastenmonat Ramadan - inklusive dem Pfingstwochenende - zwölf Polizeieinsätze mit dem Anlass "Hochzeit". Vor dem Ramadan waren es teilweise über 30 Einsätze pro Wochenende. Einen Zusammenhang mit den Flugblättern, die vor illegalen Korsos oder dem Verwenden von Pyrotechnik warnen, sieht das Ministerium nicht. Die Broschüre mit dem Titel "Hinweise für Hochzeitsfeiern" wird seit dem 4. Juni ausgegeben. Die Polizei legt sie unter anderem in türkischen Festsälen aus.

Unter den zwölf Einsätzen zwischen dem 3. und 10. Juni waren laut Ministerium auch wieder drei Vorfälle auf Autobahnen: Zwei Mal wurden "Schussabgaben" gemeldet, wobei die Polizei in einem Fall den mutmaßlichen Täter noch antraf. Am vergangenen Donnerstag kam ein weiterer Vorfall zur Statistik hinzu: In Bochum lotste die Polizei einen Korso aus 20 Autos von der A40.

Ausufernde Hochzeitsfeiern sorgen in NRW seit Wochen für Aufsehen. Das Innenministerium lässt sich für ein Lagebild seit dem 1. April alle entsprechenden Einsätze melden.