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Kirche - Vallendar

Missbrauchsvorwürfe: Ex-Bischof kehrt nach Chile zurück

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Rom (dpa) - Ein des sexuellen Missbrauchs beschuldigter ehemaliger Erzbischof ist nach Santiago de Chile zurückgekehrt. Dort könne sich der 85-Jährige der Justiz stellen, teilte die Schönstatt-Gemeinschaft der Deutschen Presse-Agentur am Montag mit: "Sollte es die Justiz verlangen, versichern wir, dass Francisco José Cox sich den Behörden stellen wird." Papst Franziskus hatte ihn wegen der Vorwürfe in den Laienstand versetzt. Der ehemalige Bischof wohne fortan in einer Privatunterkunft in einem Vorort der chilenischen Hauptstadt. Er werde dort von einem Ehepaar versorgt. Die Unterbringung folge einem Dekret des Papstes vom Oktober, dass die Entlassung aus dem Klerikerstand vorsieht, aber auch festlege, "dass er weiter Mitglied der Gemeinschaft bleiben soll."

Auf die Frage, ob Cox in Chile noch juristisch belangt werden könnte, hatte der Leiter der Schönstatt-Gemeinschaft, Juan Pablo Catoggio, im Dezember gesagt: "Es ist klar, dass alle Fälle längst verjährt sind. Ob die Justiz eventuell im Dienste der Aufklärung der Fakten - auch wenn keine Urteil oder Strafe möglich wäre - nachforschen will, kann ich nicht sagen." Seinen Ruhestand hatte der 85-Jährige zuletzt in der Priestergemeinschaft Schönstatt-Patres in Rheinland-Pfalz verbracht. Ihm wird unter anderem vorgeworfen, sich 2004 in Vallendar an einem zur Tatzeit 17-Jährigen vergangen zu haben. Bereits 1997 war er in Chile nach ersten Verdachtsmomenten als Erzbischof zurückgetreten.