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Missbrauch in der Kirche: Freiburg wartet noch mit Statement

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Freiburg (dpa/lsw) - Nach dem Bekanntwerden erster Details einer Studie zum sexuellen Missbrauch von Kindern durch katholische Geistliche und Laien will sich die Erzdiözese Freiburg vorerst nicht äußern. "Wir kennen die Zahlen und Ergebnisse noch gar nicht und werden daher die Präsentation der Studie am 25. September abwarten", sagte der Sprecher der Erzdiözese, Michael Hertl, am Montag: "Erst nach Bekanntgabe der Studie haben wir die Zahlen und Fakten verlässlich auf dem Tisch und können adäquat reagieren." Dies sei innerhalb der katholischen Kirche und der Bischöfe so vereinbart.

Voraussichtlich Ende September werde sich der Freiburger Erzbischof Stephan Burger erstmals äußern. Noch sei Burger auf Auslandsreise und könne daher, im Gegensatz zu seinem Stuttgarter Bischofskollegen Gebhard Fürst, keine Stellung nehmen.

Klar sei: "Wir sind bestürzt über die Zahlen und Fakten, die nun bekannt werden", sagte Hertl. Die Freiburger Erzdiözese werde prüfen, welche Konsequenzen sie aus den Vorfällen ziehen müsse. Dies werde gründlich geschehen. Hierfür werde sich die Kirche die dafür notwendige Zeit nehmen, auch wenn der öffentliche Druck groß sei.

Fürst hatte sich vergangene Woche "erschüttert" zum Ausmaß des Missbrauchs geäußert. Am Montag wollte er sich ausführlicher äußern. Inhalte der Studie "Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz" waren zuvor bekannt geworden. Den Berichten zufolge werden in der Studie für den Zeitraum von 1946 bis 2014 bundesweit sexuelle Vergehen an 3677 überwiegend männlichen Minderjährigen protokolliert.