bedeckt München 29°

Kirche - Speyer

Missbrauch-Studie: Arbeitsgruppe in Speyer mit Unabhängigen

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Speyer (dpa/lrs) - Bei der Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs im Bistum Speyer soll eine Arbeitsgruppe auch mit unabhängigen Experten helfen. Es gehe dabei auch um die Frage, welche Konsequenzen für das Bistum zu ziehen seien, sagte Generalvikar Andreas Sturm, der die Arbeitsgruppe leiten wird, am Montag in Speyer. Das Bistum wolle Opfer und Betroffene zur Mitwirkung in der Arbeitsgruppe einladen.

Um den Umgang mit verjährten Verdachtsfällen zu klären, plane das Bistum für Dezember Gespräche mit den Generalstaatsanwaltschaften Zweibrücken und Saarbrücken, sagte Sturm. "Wir sind bereit, den Staatsanwaltschaften alle unsere Unterlagen offenzulegen. Transparenz und Offenheit sind der Weg, um die Verbrechen der Vergangenheit aufzuklären und Vertrauenswürdigkeit zurückzugewinnen."

Ende September war eine wissenschaftliche Studie im Auftrag der deutschen Bischöfe zum Missbrauch in der Kirche vorgestellt worden. Das Bistum Speyer hat nach eigenen Angaben 89 Priester in seinen Akten erfasst, die des sexuellen Missbrauchs beschuldigt werden.

Der Arbeitsgruppe gehört unter anderem Andreas Rödder von der Johannes Gutenberg Universität Mainz (Lehrstuhl für neueste Geschichte) an. "Der Blick von außen hat eine hohe Bedeutung für uns. Er soll uns helfen, Erfahrungen aus anderen Feldern aufzunehmen und blinde Flecken im eigenen System aufzudecken", sagte Sturm.