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Kirche - Speyer

Aufarbeitung von Missbrauch: Bistum lädt zu Einzelgespräch

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Speyer (dpa/lrs) - Zur weiteren Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der Kirche lädt das Bistum Speyer zunächst 87 Opfer zu Einzelgesprächen ein. "Das ist ein völlig freies Angebot. Wir wollen keine Übergriffigkeit", sagte Bischof Karl-Heinz Wiesemann am Mittwoch. Es gehe um 46 Menschen, denen eine Art "Entschädigung" gezahlt worden sei sowie um 41 Menschen, die keinen solchen Antrag gestellt hätten. "Das Problem ist, dass in manchen Personalakten kein Opfername vermerkt ist", sagte Generalvikar Andreas Sturm.

Seit Offenlegen einer Studie zum Missbrauch in der Kirche 2018 hätten sich weitere Opfer gemeldet, sagte Sturm. "Manchmal leider anonym. Diese Menschen scheuen vermutlich das juristische Prozedere - diese Zwickmühle ist ein Problem." Vertreter des Bistums hätten sich in den vergangenen Wochen mit den Generalstaatsanwaltschaften Zweibrücken und Saarbrücken getroffen. "Besprochen wurden 57 Fälle, in denen der Täter noch lebt." Es gehe nicht nur um Priester, sondern auch etwa um Erzieher und Pädagogen. Verdächtige seien suspendiert worden.

Eine neue Arbeitsgruppe zum Thema Prävention kommt Generalvikar Sturm zufolge an diesem Samstag erstmals zusammen. Dabei soll es unter anderem um die Frage gehen, wie mehr Vertrauen gewonnen werden wann. "Es geht darum, dass Kinder und Jugendliche bei uns sicher sind."