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Kirche - Köln

NRW-Bistümer beschämt über Ergebnisse der Missbrauchsstudie

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Essen/Köln (dpa/lnw) - Die katholischen Bistümer in Nordrhein-Westfalen haben "tief beschämt" und "unendlich traurig" auf die Ergebnisse der Studie zum Umgang der Kirche mit sexuellem Missbrauch reagiert. Die Studie, die am Dienstag von der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda vorgestellt wurde, sei ein Dokument für das "dramatische Leid", das die Kirche Menschen angetan habe, sagte der Essener Generalvikar Klaus Pfeffer. Der Kölner Generalvikar Markus Hofmann bezeichnete die Zahlen als "erschütternd". Der Generalvikar des Bistums Münster, Norbert Köster, forderte: "Wir brauchen kirchlicher- wie staatlicherseits härtere Strafen und brauchen ein Ende der Verjährungsfristen bei sexuellem Missbrauch."

Die Studie ergab unter anderem, dass zwischen 1946 und 2014 mindestens 1670 katholische Kleriker 3677 Minderjährige missbraucht haben sollen. Der Wissenschaftler Harald Dreßing, der die Studie geleitet hat, beklagte einen mangelnden Aufklärungswillen in weiten Teilen der Kirche. Er betonte auch, dass die Missbrauchsthematik keineswegs überwunden sei.