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Kirche - Hildesheim

Neuer Missbrauchsvorwurf gegen Ex-Bischof Janssen

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Hildesheim (dpa/lni) - Gegen den ersten in Missbrauchsverdacht geratenen deutschen Bischof, den längst gestorbenen Hildesheimer Altbischof Heinrich Maria Janssen, gibt es einen neuen Vorwurf. Dieser deutet auf einen systematischen Missbrauch von Heimkindern durch Verantwortliche der katholischen Kirche hin, wie das Bistum Hildesheim am Dienstag mitteilte. Ein heute 70-jähriger Mann habe dem Bistum geschildert, dass er Ende der 50er Jahre als damaliges Heimkind von Bischof Janssen aufgefordert worden sei, sich nackt vor ihm auszuziehen. Der Bischof habe ihn anschließend mit den Worten weggeschickt, er könne ihn nicht gebrauchen.

Zum Bischof gebracht und wieder abgeholt wurde das damalige Heimkind nach seiner Schilderung vom Leiter des damaligen Hildesheimer Kinderheims Bernwardshof, der ihn auch sexuell missbraucht haben soll, ebenso wie ein Priester und ein Kaplan. Beide schon gestorbene Geistliche seien dem Bistum als Missbrauchstäter bekannt, hieß es.

Der heutige Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer kündigte eine unverzügliche Untersuchung der Vorwürfe und insbesondere der Rolle von Altbischof Janssen durch externe Experten an. "Es liegt nahe, dass eine solche mögliche Tat eng mit den seinerzeitigen diözesanen Strukturen in Zusammenhang stand, insbesondere mit den katholischen Kinder- und Jugendheimen in Hildesheim."

Bereits 2015 gab es einen ersten Vorwurf gegen den Altbischof. Der seinerzeit beliebte Janssen (1907-1988) soll in der Anfangsphase seiner Amtszeit als Bischof (1957 bis 1982) einen Messdiener sexuell missbraucht haben. Da sich das mutmaßliche Opfer aber erst nach 50 Jahren meldete, ließen sich trotz intensiver Nachforschungen keine Zeugen mehr ausfindig machen. Janssen, der aus Kleve am Niederrhein stammt, war 1988 im Alter von 80 Jahren gestorben.