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Kirche - Hildesheim

Missbrauchs-Skandal: Bischof Wilmer erbittet externe Hilfe

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Hildesheim (dpa/lni) - Für die Aufarbeitung des Missbrauchs-Skandals in der katholischen Kirche hat der neue Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer externe Hilfe gefordert. "Es ist unmöglich, dass Kirche hier nur eine Binnenkultur pflegt", sagte Wilmer im NDR-Fernsehen. Die frühere Bistumsleitung habe nicht nur versagt, sondern fürchterliche Dinge zugedeckt. Das sei eine Katastrophe. Nach einer jüngst vorgestellten Studie über Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche werden im Bistum Hildesheim 46 Geistliche des Missbrauchs beschuldigt, davon sind 36 bereits tot.

Nach der WDR/ARD-Dokumentation "Meine Täter, die Priester" von Eva Müller hat der Sprecher der Opferinitiative "Eckiger Tisch", Matthias Katsch, Opfer eines früheren Pfarrers im Bistum Hildesheim in Chile gefunden. Als Reaktion auf den Film sagte Wilmer, Matthias Katsch hätte viel früher in die Aufklärung eingebunden werden müssen. "Ich bin sehr dafür, externen Sachverstand ins Bistum Hildesheim zu bringen, um Betroffene zu finden, um hier auch adäquat vorzugehen und um die richtigen Entscheidungen zu treffen", sagte er im NDR. Katsch forderte eine unabhängige Untersuchung durch eine Kommission von Ermittlern, die Betroffene und Zeitzeugen anhört und Akten auswertet. "Die Kirche muss dafür Zugang zu ihren Unterlagen gewähren." Es gehe auch um Gerechtigkeit für die Opfer, um Hilfe und Entschädigung.