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Kirche - Hildesheim

Bischof Wilmer will im Missbrauchs-Skandal Akten öffnen

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Hannover (dpa/lni) - Der neue Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer setzt bei der Aufklärung des Missbrauchs-Skandals der katholischen Kirche auf Transparenz. "Wir haben nichts zu verheimlichen. Ich bin dafür, dass Akten auch für Externe geöffnet werden. Anders können wir Glaubwürdigkeit und Vertrauen nicht zurückgewinnen", sagte Wilmer in einem Interview mit dem Politikjournal "Rundblick" (Donnerstag). Niedersachsens Justizministerin Barbara Havliza (CDU) hatte gefordert, den Staatsanwaltschaften Einblick in Unterlagen der Bistümer zu gewähren. Hintergrund waren Fälle aus der für ganz Deutschland vorgelegten Missbrauchsstudie der Kirche, von denen die Justiz offenbar nichts weiß.

Nach Angaben eines Bistumssprechers lässt sich der Hildesheimer Bischof derzeit über das weitere Vorgehen bei der Aufarbeitung des Skandals beraten. Im Bistum Hildesheim werden laut der Studie 46 Geistliche des Missbrauchs beschuldigt, davon sind 36 bereits tot. In vier Fällen schaltete die Kirche selbst die Staatsanwaltschaft ein. In den übrigen Fällen hätten Opfer dies nicht gewollt oder es sei um strafrechtlich nicht relevante Grenzüberschreitungen gegangen, hieß es. Bis zum Jahresende will das Bistum zudem fünf unabhängige Ansprechpersonen benennen, an die sich Betroffene wenden können, sagte der Bistumssprecher der Deutschen Presse-Agentur.