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Kirche - Hannover

Neuer Hildesheimer Bischof will katholische Kirche verändern

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Hannover (dpa/lni) - Für einen grundlegend neuen Kurs in der katholischen Kirche hat der neue Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer geworben. Die Männerbünde und Binnenzirkel der Kirche müssten aufgebrochen werden, sagte Wilmer am Dienstagabend in Hannover zum Auftakt einer Dialogreihe mit den Gläubigen im Bistum. Die Zeit sei vorbei, dass die Kirche von oben nach unten agieren könne. Es könne nicht von oben bestimmt werden, wie die Menschen glauben sollten. Möglichst viele müssten von Anfang an an der Suche nach Wegen und Lösungen beteiligt werden, sagte der Bischof unter dem Applaus der mit rund 500 Zuhörern überfüllten Basilika St. Clemens.

Mit Nachdruck warb Wilmer für ein stärkeres Miteinander von Katholiken und Protestanten. "Die Zeit ist vorbei in Deutschland, dass wir es uns leisten können, die Gegensätze unter uns Christen zu betonen." Der Akzent müsse auf die Gemeinsamkeiten gelegt werden. "Ich finde, die Christen haben zusammenzuhalten." Auf Forderungen aus dem Publikum, auch Frauen in der katholischen Kirche zu Priestern zu ernennen, reagierte der Bischof zurückhaltend. Den Gedankenaustausch will Wilmer in vier weiteren Städten und möglicherweise auch darüber hinaus fortsetzen. Wilmer hatte sein Amt Anfang September angetreten.

Das Bistum Hildesheim im überwiegend protestantischen Norden ist flächenmäßig das drittgrößte in Deutschland und umfasst 119 Pfarrgemeinden mit rund 611 000 Katholiken.