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Kirche - Görlitz

Görlitzer Bischof: Studie offenbart "erschreckende Wahrheit"

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Görlitz (dpa) - Der Görlitzer Bischof Wolfgang Ipolt hat angesichts der "erschreckenden Wahrheiten" zum Missbrauch in der katholischen Kirche in Deutschland die Opfer um Vergebung gebeten. Er will aus Solidarität mit ihnen einen Tag fasten, "als ein Zeichen der Sühne für die Sünden der Mitarbeiter der Kirche", erklärte er am Sonntag in einer Stellungnahme zu der von der Deutschen Bischofskonferenz in Auftrag gegeben Studie zum sexuellen Missbrauch in deutschen Diözesen 1945 bis 2014.

Die Studie soll am Dienstag vorgestellt werden. Nach bisher bekannt gewordenen Ergebnissen kommen die Autoren zu dem Schluss, dass Missbrauch über Jahrzehnte hinweg weit verbreitet war, teilweise vertuscht wurde und immer noch vorkommt. Das Bistum Görlitz will sich am Mittwoch dazu äußern, das Bistum Dresden-Meißen bereits am Tag zuvor.

"Was wir durch die Studie erfahren, ist beschämend für unsere Kirche und darf weder entschuldigt noch beschönigt werden", sagte Ipolt. Der grobe Vertrauensmissbrauch von Priestern, Ordensleuten und pastoralen Mitarbeitern, die im Dienst des Evangeliums stehen, sei "eine himmelschreiende Sünde".