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Kirche - Fulda

Missbrauchsskandal Kirche: Opfer fordern zum Handeln auf

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Berlin (dpa) - Nach dem Ausbleiben wegweisender Reformen im Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche fordern Betroffene Politik und Justiz zum Handeln auf. "Der Staat kann nicht länger zulassen, dass die Verbrechen durch katholische Priester von der Kirche intern geregelt und vertuscht werden", hieß es am Freitag vom Betroffenenverband "Eckiger Tisch" in Berlin. Die Staatsanwaltschaften müssten bei jedem bekannten Anfangsverdachtsfall von Missbrauch in der katholischen Kirche ermitteln. 1670 Täter habe die Kirche in ihrer Studie bereits selbst ermittelt.

In dem Verein haben sich unter anderem ehemalige Schüler des Berliner Canisius-Kollegs zusammengeschlossen. Die Deutsche Bischofskonferenz hatte am Donnerstag lediglich zugesagt, die umstrittene Verpflichtung der Priester zur Ehelosigkeit und die katholische Sexualmoral erörtern zu wollen. Zugleich wolle die Kirche zwar klären, wer über die Täter hinaus Verantwortung für das Missbrauchsgeschehen in den vergangenen Jahrzehnten getragen habe. Wie das aufgearbeitet werden soll, blieb bei der Bischofs-Vollversammlung in Fulda unklar.