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Kirche - Freiburg im Breisgau

Erzbischof Burger bietet Opfern persönliches Gespräch an

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Oberharmersbach (dpa/lsw) - Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger hat sich am Sonntag für das Verhalten seiner Vorgänger im Umgang mit Missbrauch in der katholischen Kirche entschuldigt. Gleichzeitig bot er den Opfern ein persönliches Gespräch an, wie das Erzbistum Freiburg am Sonntag mitteilte. "Hier, an diesem Ort und an vielen weiteren kirchlichen Orten" seien in den vergangenen Jahrzehnten Kinder und Jugendliche durch Kleriker missbraucht worden, sagte er anlässlich einer Feier in Oberharmersbach (Landkreis Ortenau).

Eine im September von der Deutschen Bischofskonferenz vorgestellte Studie über sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche hat laut Burger gezeigt, was viele Opfer erfahren mussten: "Es wurde vertuscht und Personen versetzt, der Schutz der Institution Kirche wurde über den Schutz der Betroffenen gestellt und immer wieder wurde auch keine Verantwortung übernommen." Er wisse mittlerweile: Hilferufe seien ignoriert und rechtzeitiges Handeln unterlassen worden. "Ich bekenne, dass die Institution Kirche unserer Erzdiözese auf diese Weise Schuld auf sich geladen hat. Hier haben Verantwortliche wie Täter versagt."

An die Betroffenen und Angehörigen gewandt sagte der Erzbischof, sie könnten sich jederzeit an die externe Missbrauchsbeauftragte wenden, um einen Termin mit ihm persönlich zu vereinbaren. "Ich möchte Ihnen zuhören, um aus diesen Erfahrungen für unsere Kirche zu lernen." Nach der Veröffentlichung der Studie hatte die Erzdiözese eine Expertengruppe sowie ein Beratungstelefon für Opfer eingerichtet. Freiburg ist mit rund 1,9 Millionen Katholiken eine der größten Diözesen in Deutschland.