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Kirche - Erfurt

Ramelow: Religiöse Feiertage nicht gegeneinander aufrechnen

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Weimar/Dessau (dpa) - Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat sich in einem Zeitungsbericht dagegen ausgesprochen, Feiertage verschiedener Religionen gegeneinander aufzurechnen. Dies sei nicht zielführend, sagte Ramelow der mitteldeutschen Kirchenzeitung "Glaube+Heimat" (Pfingstausgabe). Er sehe dafür angesichts der Tatsache, dass in Thüringen nur etwa ein Viertel der Bevölkerung religiös oder kirchlich gebunden sei, auch keinen Handlungsbedarf. Hintergrund ist der Vorstoß von Irmgard Schwaetzer, Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Diese hatte kürzlich geäußert, dass in Deutschland über die Einführung muslimischer Feiertage nachgedacht werden sollte.

Der Kirchenpräsident der Evangelischen Landeskirche Anhalts, Joachim Liebig, hält der Zeitung zufolge nichts davon, kirchliche Feiertage wie etwa den Pfingstmontag aufzugeben oder umzuwidmen. Vielmehr müssten diese Feiertage immer wieder neu mit den Inhalten gefüllt werden, "zu denen sie ins Leben gerufen wurden". Ramelow sagte dem Blatt, ihm sei wichtig, "andere Religionen als kulturelle Bereicherung unserer Gesellschaft zu verstehen und für die Ausweitung des interreligiösen Dialoges zu werben."