bedeckt München 29°

Kirche - Erfurt

Mindestens zwölf Missbrauchsfälle: Hohe Dunkelziffer möglich

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Erfurt (dpa/th) - Mindestens zehn Jungen und zwei Mädchen sind nach Angaben des Bistums Erfurt von katholischen Priestern im Gebiet der heutigen Diözese von 1946 bis 2014 sexuell missbraucht worden. Die Opfer seien zu den Zeitpunkten der Taten zwischen 8 und 20 Jahren alt gewesen, sagte Generalvikar Raimund Beck am Dienstag in Erfurt.

In diesen Fällen seien zehn der 948 Priester des Bistumsgebiets beschuldigt worden. Das Bistum gehe allerdings von einer Dunkelziffer an Missbrauchsfällen aus: "Ich bin mir sicher, es gibt mehr, und ich kann nur hoffen, dass Betroffene den Mut finden, etwas zu sagen."

In Fulda stellte die Deutsche Bischofskonferenz zuvor am Dienstag eine von ihr in Auftrag gegebene wissenschaftliche Studie zum sexuellen Missbrauch vor. Demnach sollen zwischen 1946 und 2014 insgesamt 1670 katholische Kleriker 3677 meist männliche Minderjährige sexuell missbraucht haben. Der tatsächliche Umfang des Missbrauchs habe in der Studie nicht annähernd abgebildet werden können, bemängeln Kritiker.

Die vom Bistum Erfurt genannten Fälle sind allerdings nicht alle in der Studie erfasst worden. Denn im Falle Erfurts wurden für die Studie lediglich Personalakten von Priestern und Diakonen ausgewertet, die zwischen 2000 und 2014 im Bistum lebten. Die genannten Fälle waren auch bereits zuvor schon bekannt, da sich die Betroffenen selbst gemeldet hatten.