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Kirche - Erfurt

Bischof für Priesterweihe von verheirateten Diakonen

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Erfurt (dpa/th) - Erfurts katholischer Bischof Ulrich Neymeyr hat sich dafür ausgesprochen, verheiratete Diakone oder Gemeindereferenten zu Priestern zu weihen. Sie hätten gelernt, die Anforderungen eines pastoralen Berufs mit dem Familienleben zu vereinbaren, "was eine große Herausforderung darstellt", sagte Neymeyr am Donnerstagabend beim Jahresempfang des Bistums Erfurt. "Wenn das erlaubt wäre, würde ich es machen."

Grundsätzlich müssen Priester im Zölibat leben. Das sei eine riesige Herausforderung in einer sexualisierten Zeit wie der heutigen, sagte der Bischof. Neymeyr sagte außerdem, er persönlich könne sich vorstellen, dass Frauen als Pfarrerinen in der katholischen Kirche arbeiteten. Er schränkte jedoch ein, dass diese Position in der katholischen Kirche nicht mehrheitsfähig sei.

Die Bewegung für mehr Frauenrechte in der katholischen Kirche hatte am Samstag bundesweit einen einwöchigen Kirchenstreik gestartet. Unter dem Motto "Maria 2.0" wollen die gläubigen Frauen, die vielfach ehrenamtlich tätig sind, gegen Machtstrukturen in der Kirche und die von ihnen kritisierte Vertuschung von sexuellem Missbrauch durch Amtsträger protestieren. Sie fordern unter anderem den Zugang zu allen Ämtern der Kirche für Frauen.

Das Bistum Erfurt ist mit knapp 150 000 Gläubigen eines der kleineren in Deutschland. 2024 wird in Erfurt der Katholikentag ausgerichtet.