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Kirche - Dresden

Landesregierung setzt bei Zusammenhalt auch auf Kirchen

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Dresden (dpa) - Die drohende Spaltung der Gesellschaft und der Strukturwandel im Zuge des Kohleausstiegs haben die Bischöfe der evangelischen und katholischen Kirche in Sachsen und die Regierung außerhalb ihres üblichen Turnus zusammengeführt. Der Freistaat setzt im Ringen um Zusammenhalt auch auf die Christen. "In dieser Zeit braucht es positiv denkende Menschen, die Veränderung wollen und nicht Polarisierung das Wort reden", sagte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) nach dem anderthalbstündigen Gespräch am Dienstag in Dresden. "Denen muss man Mut machen, und das kann Kirche."

Der Einladung von Sachsens Landesbischof Carsten Rentzing waren die Bischöfe der Kirchen in Mitteldeutschland, Ilse Junkermann, und Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Markus Dröge, sowie der Bistümer Dresden-Meißen und Görlitz, Heinrich Timmerevers und Wolfgang Ipolt, gefolgt. Kretschmer betonte nach dem Gespräch die wichtige Rolle der Kirchen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und ihren sehr wichtigen Dienst im sozialen und Bildungsbereich. An dem Gespräch nahmen auch mehrere Minister teil.

"Wir wollen eine freundliche, eine freie Gesellschaft, in der wir auch frei unseren Glauben leben können", sagte Rentzing. Mit Kompromisslosigkeit und Ähnlichem drohe eine Spaltung. "Wir wollen diesen Riss schließen, damit die Gesellschaft beieinander bleibt." Dazu brauche es Debatten über Wege, Ziele, Grundhaltungen und -werte. Da müsse Kirche noch offensiver als bisher werden. "Das Staatswesen kann nicht davon leben, dass alle immer nur etwas haben wollen", sagte Bischof Timmerevers. Sie seien aufgerufen, selbst beizutragen, damit größere Vergemeinschaftung möglich wird.

Auch die Kirchen haben dabei den bevorstehenden Strukturwandel in der sächsischen und brandenburgischen Lausitz im Blick. "Es nutzt nichts, Milliarden zur Verfügung zu stellen, wenn es niemanden gibt, der Ideen und Hoffnungen entwickelt", sagte Rentzing. Es brauche vielmehr Menschen, die die Chancen ergreifen - "für eine vielleicht bessere Zukunft als bisher".