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Kirche - Berlin

Missbrauchskandal: Neue Fälle im Erzbistum Berlin

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Berlin (dpa/bb) - Im Zuge der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche in Deutschland sind im Erzbistum Berlin vier neue Fälle bekannt geworden. In den Jahren 1946 bis 2014 gab es ihm zufolge in den gesichteten Personalakten Hinweise auf insgesamt 55 mutmaßliche Täter. Davon leben demnach noch 22; gegen 14 von ihnen werde strafrechtlich ermittelt. Gegen neun der bereits gestorbenen mutmaßlichen Täter liefen nach Angaben des Erzbistums bereits zu Lebzeiten Ermittlungs- oder Strafverfahren.

Die Vorwürfe reichten dabei von nicht strafbaren Grenzüberschreitungen bis zu Fällen von schwerem Missbrauch. Die entsprechenden Akten seien neben der Staatsanwaltschaft auch externen Beratern übergeben worden, teilte das Erzbistum am Mittwoch mit. Diese sollen Strukturen aufdecken, die sexuellen Missbrauch innerhalb des Erzbistums ermöglicht haben. Dabei soll auch geprüft werden, in welchen Fällen es kirchliche Strafverfahren gab und wo sie noch eingeleitet werden müssen.

Insgesamt lagen dem Erzbistum Berlin bis Dezember 2018 den Angaben zufolge 86 Vorwürfe über sexuelle Übergriffe an Minderjährigen oder erwachsenen Schutzbefohlenen durch Kirchenmitarbeiter vor. Damit seien im vergangenen Jahr neun neue Vorwürfe erhoben worden, davon vier gegen Kleriker. Außerdem wurden im vergangenen Jahr vier neue Anträge auf Leistungen in Anerkennung des Leids, das Opfern sexuellen Missbrauchs zugefügt wurde, gestellt.

Insgesamt wurden demnach bisher 23 Anträge gestellt und bewilligt. Den Betroffenen werden laut Erzbistum ingesamt 89 000 Euro ausgezahlt. Darüber hinaus seien bislang rund 30 000 Euro für die Erstattung der Kosten für psychotherapeutische Leistungen und Fahrtkosten an Opfer sexuellen Missbrauchs gezahlt worden. Die Mittel würden nicht aus Kirchensteuereinnahmen aufgebracht.