bedeckt München 27°

Katastrophen

Ermittler: Vier Rebellen für Abschuss von MH17 angeklagt

Katastrophen

Ein ukrainischer Arbeiter untersucht im Juli 2014 an der Absturzstelle von MH17 Wrackteile der Maschine. Foto: Robert Ghement/epa

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Utrecht/Moskau (dpa) - Die internationalen Ermittler klagen vier prorussische Rebellen der Ostukraine für den Abschuss eines Passagierflugzeugs (MH17) im Jahr 2014 an.

Die drei Russen und ein Ukrainer würden des Mordes in 298 Fällen beschuldigt, teilten die Ermittler am Mittwoch in Nieuwegein bei Utrecht mit.

Die Maschine der Malaysia Airlines war am 17. Juli 2014 über der Ostukraine von einer Luftabwehrrakete abgeschossen worden. 298 Menschen starben, die meisten waren Niederländer.

Für die vier Hauptverdächtigen wurden internationale Haftbefehle ausgestellt. Sie sollen verantwortlich dafür sein, dass die Luftabwehrrakete aus Russland in die Ostukraine transportiert worden sei. Der Strafprozess solle am 9. März 2020 in den Niederlanden beginnen, erklärten die Leiter der Ermittlungen.

Die internationalen Ermittler hatten zuvor in Nieuwegein bei Utrecht die Angehörigen über die neuen Erkenntnisse informiert.

Bereits vor einem Jahr hatten die Ermittler bekanntgegeben, dass die Maschine über der Ostukraine mit einer Luftabwehrrakete des Typs Buk abgeschossen worden war. Das Waffensystem stammte den Ermittlern zufolge von einer Brigade der russischen Armee.

Russland hatte zuvor die Ermittlungen als einseitig kritisiert. "Russland hatte keine Möglichkeit, an den Ermittlungen zu dieser furchtbaren Katastrophe teilzunehmen, obwohl wir das von Anfang an angeboten hatten", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Mittwoch der Agentur Interfax zufolge.

Die von Russland unterstützten Separatisten wiesen erneut kategorisch zurück, dass Russland etwas mit dem Abschuss zu tun habe. Es habe nicht einmal die technische Möglichkeit gegeben, das Buk-System von Russland in den Donbass zu transportieren, sagte Andrej Purgin. Er bezeichnet sich als Vize-Regierungschef in der selbst ernannten Volksrepublik Donezk.

Das für den Abschuss benutzte Buk-System stamme vielmehr aus den Beständen der ukrainischen Streitkräfte. "In Donezk gab es einfach niemanden, der das hätte bedienen können", sagte Purgin. Die Anschuldigungen seien daher absurd. Vielmehr habe die Ukraine das Personal gehabt, um das System zu bedienen. "In Russland werden die Anlagen praktisch schon nicht mehr benutzt", sagte Purgin.