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Justiz - Mainz

Listen zu sexuellem Missbrauch mit 91 neue Verdachtsfällen

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Mainz (dpa/lrs) - Die Staatsanwaltschaften in Rheinland-Pfalz haben über die von den Bistümern übersandten Listen 91 neue Fälle von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche überprüft. Dabei seien in elf Fällen die Prüfungen und Ermittlungen noch nicht abgeschlossen, sagte der Sprecher des Justizministeriums, Christoph Burmeister, am Freitag in Mainz.

27 der 91 Verdachtsfälle seien verjährt und 21 mutmaßliche Täter bereits gestorben, hatte Justizminister Herbert Mertin (FDP) am Donnerstag im Justizausschuss gesagt. In 32 Fällen fehle ein Anfangsverdacht für eine strafbare Handlung. "Dies ist vor allem dem Umstand geschuldet, dass ein Teil der gemeldeten Vorfälle zwar als Missbrauch erfasst wurde, aber jedenfalls zum damaligen Tatzeitpunkt einen Straftatbestand erfüllte." Die "Rhein-Zeitung" hatte zuvor darüber berichtet.

Die meisten der 91 Fälle beträfen schon lange zurückliegende Vorfälle oder solche, zu denen nur vage Informationen vorlägen, hatte Mertin gesagt. Die Anschuldigungen richteten sich nicht nur gegen Geistliche, sondern auch gegen Erzieher und Erzieherinnen in kirchlichen Einrichtungen.