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Tourismus - Lembruch

Ferienpark am Dümmer: Naturschützer befürchten Konflikte

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Lembruch (dpa/lni) - Auf 18 Hektar Fläche bauen dänische Investoren derzeit an der Ostseite des Dümmer-Sees bei Diepholz einen neuen Ferienpark mit Ferienhäusern, Apartments und Gastronomie. Das 120-Millionen-Euro-Projekt ist nach Angaben des niedersächsischen Wirtschaftsministeriums die bislang größte touristische Investition in Niedersachsen. Die ersten Gäste sollen im Sommer 2019 kommen; vollendet sein soll das Projekt 2021.

Die Region, zu der neben den Kreisen Diepholz und Vechta auch die Kommunen Rahden und Stemwede im NRW-Kreis Minden-Lübbecke gehören, hofft auf einen Aufschwung beim Tourismus. Der Vermarkter Novasol - Ferienhaus-Marktführer in Europa - will Gäste aus dem Rhein-Ruhr-Gebiet ebenso ansprechen wie aus anderen Teilen Norddeutschlands, den Niederlanden und Skandinavien.

Naturschützer befürchten hingegen negative Auswirkungen auf die Naturschutzgebiete der Region. Schon jetzt drängelten sich Besuchermassen auf dem Damm des zweitgrößten Binnensees Niedersachsens, sagt Bernd Averbeck vom Nabu Dümmer: "Der Druck auf die Flächen wird zunehmen." Große Bereiche am Dümmer sind ein Vogelschutzgebiet von europäischem Rang. In direkter Nachbarschaft liegt die Diepholzer Moorniederung, ebenfalls mit vielen Landschafts- und Naturschutzgebieten. Zehntausende von Kranichen rasten jedes Jahr im Frühjahr und Herbst auf dem Weg zwischen Nord- und Südeuropa. Wassersportler könnten die Vögel vertreiben, Wanderer in die Brut- und Rastgebiete eindringen, fürchtet Averbeck.