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Tiere - Neustadt (Wied)

Orang-Utan-Botschafter tourt im Rollstuhl durch Schulen

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Neustadt/Wied (dpa/lrs) - Benni Over (28), unheilbar kranker Orang-Utan-Fan aus dem Westerwald, will in diesem Jahr mit seinem Vater bundesweit in 20 bis 30 Schulen, Unis, Buchhandlungen und Bibliotheken für den Schutz der seltenen Menschenaffen werben. Zwei Bücher und einen Trickfilm über Orang-Utans hat der junge Mann im Rollstuhl schon mitgestaltet. 2016 reiste er sogar mit seiner Familie vom Heimatort Niederbreitbach im Westerwald rund 15 000 Kilometer zur südostasiatischen Insel Borneo zu den Menschenaffen.

Bereits im Alter von vier Jahren hatten Ärzte bei Benni Duchenne-Muskeldystrophie, eine voranschreitende Muskelschwäche, festgestellt. Inzwischen kann Benni außer seinem Gesicht nur noch die Fingerspitzen bewegen. Er ist auf ein Beatmungsgerät angewiesen.

Kürzlich besuchte er das Gymnasium Neustadt/Wied im Westerwald. Weil er nicht mehr lange laut sprechen kann, berichtete sein Vater Klaus Over (59) vor rund 200 Schülern beispielsweise, wie bei der Abholzung von Regenwald in Südostasien für Palmölplantagen "gezielt Orang-Utan-Mamas abgeschossen" werden. "Dann fallen sie mit ihren Babys von den Bäumen runter", sagte er. Die Kleinen würden oft als Kuscheltier, Kinderersatz und Statussymbol ins Ausland verkauft. Viele Schüler spendeten einen Euro für die Pflanzung von Bäumen. Irgendwann soll Benni Overs Wiederaufforstungsprojekt auf Borneo eine halbe Million Bäume zählen. Orang-Utans sind auf Wälder angewiesen.