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Tiere - Mainz

Eichenprozessionsspinner: Betretungsverbot ernst nehmen

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Mainz (dpa/lrs) - Bei der Verbreitung des Eichenprozessionsspinners, einer Raupe mit gefährlichen Brennhaaren, sieht das Umweltministerium in Mainz die Entwicklung des Tieres in diesem Jahr verzögert. Grund sei der recht kühle Mai, sagte eine Behördensprecherin am Freitag. Dies betreffe auch den Blattaustrieb der Eichen. "Derzeit haben die Raupen des Eichenprozessionsspinners das dritte Larvenstadium überschritten. Ab diesem Stadium bildet er seine Brennhaare aus." Das Nesselgift in den Härchen der Raupe kann bei Berührungen mit der Haut zu Rötungen, Asthma-Anfällen und allergischen Schocks führen.

Grundsätzlich bestehe die Hoffnung, dass es dieses Jahr nicht zu einer Befallsausweitung kommt, betonte die Sprecherin. "Es ist aber davon auszugehen, dass die Gegenden von Rheinland-Pfalz, in denen sich bereits im vergangenen Jahr der Eichenprozessionsspinner ausgebreitet hat, in diesem Jahr erneut besonders betroffen sind."

Wenn ein Befall festgestellt und Betretungsverbote ausgesprochen worden seien, sollten diese unbedingt ernst genommen werden, unterstrich sie. "Bürgerinnen und Bürger, die Eichen in ihren Gärten stehen haben, können sich von ihrer Kommune beraten lassen. Im Notfall müssen Spezialfirmen beauftragt werden, die Raupen und ihre Gespinste zu entfernen. Dies geschieht in der Regel durch Absaugen."

Der Schädling ist an typischen Nestern zu erkennen, die sich wie ein dichtes Spinnennetz um starke Äste oder Astgabeln in Eichen legen. Der Eichenprozessionsspinner selbst ist ein unscheinbarer Nachtfalter mit einer Flügelspannweite von gerade einmal 25 bis 30 Millimetern.